Pharmareferent und Elektriker hatten sich "behakt"

Stinkefinger auf der A44? Deshalb stellte das Gericht das Verfahren ein

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Das Soester Amtsgericht stellte ein Verfahren wegen Beleidigung und Nötigung. 

Soest - Gegen ein Bußgeld stellte der Richter am Soester Amtsgericht das Verfahren gegen einen Elektriker ein, der der Beleidigung und der Nötigung angeklagt war. 

Die Szene kennt jeder: Auf der Autobahn liefern sich zwei Wagen eine „Überhol-Krieg“, einer versucht den anderen zu überholen. Dieser macht keinen Platz. Lichthupe, der andere versucht’s von rechts, wieder kein Platz. Zwischendurch gibt’s den Stinkefinger. Keiner will’s gewesen sein. 

Eine solche Geschichte musste sich Richter Florian Steger jetzt von einem Pharmareferenten, der auf dem Weg nach Kassel war, und einem gelernten Elektriker auf dem Weg nach Bad Driburg anhören.

Der Pharmareferent beschuldigte den Elektriker der Beleidigung und der Nötigung. Während er in hohem Tempo unterwegs war, soll der Elektriker ihn gezwungen haben, auf die rechtes Fahrspur zu wechseln, um eine Vollbremsung zu vermeiden. 

Was sich auf der A 44 zugetragen hatte, will der Pharmareferent noch während der Fahrt seiner Freundin in die Feder diktiert haben. Auch ein Polizist soll telefonisch zu Rate gezogen worden sein. 

Das Gericht verzichtete darauf, die Freundin zu hören und stellte das Verfahren schließlich ein, um unnütze Verzögerungen zu vermeiden. Der Elektriker muss jetzt 300 Euro Geldbuße für einen wohltätigen Zweck zahlen. Einsehen konnte der Angeklagte diese Maßnahme nicht, denn „warum soll ich jetzt zahlen, wenn ich überhaupt nichts gemacht habe?“

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