Hygienekonzepte auch in der Werkstatt

So vermeiden Soester Autohäuser Vollbremsung wegen der Pandemie

In der Werkstatt des Autohauses Göttgens geht für Leiter Andreas Bernhardt und seine Kollegen nichts ohne „Überzieher“.
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In der Werkstatt des Autohauses Göttgens geht für Leiter Andreas Bernhardt und seine Kollegen nichts ohne „Überzieher“ - sicher ist sicher.

Homeoffice ist eine feine Sache, wenn man in Zeiten von Corona so wenig Kontakte wie möglich haben will. Aber in Betrieben wie Autohäusern ist der persönliche Kontakt mit Kunden, in normalen Zeiten höchst willkommen, jetzt kaum gänzlich zu vermeiden. Detaillierte Hygienekonzepte sollen allerdings die Sicherheit vor einer Ansteckung für alle Beteiligten so weit wie möglich gewährleisten.

Soest – „Mit Abstand halten und Maskenpflicht, die ohnehin Pflicht sind, ist es nicht getan“, erklärt Benjamin Göttgens vom gleichnamigen Soester Autohaus – und mit dem Einbau von Trennscheiben zur Kontaktvermeidung ebenfalls nicht. Schließlich gilt es nicht nur vorsichtig zu sein im Umgang von Mensch und Mensch, sondern auch von Mensch und Maschine – besonders im Werkstattbereich.

Viren können auf Flächen eine Zeit lang aktiv bleiben, da gilt es, Vorkehrungen zu treffen, damit die Fahrzeuge, die zur Wartung oder Reparatur gebracht werden, nicht unverhofft zu Übertragungsquellen werden.

Für Werkstattleiter Andreas Bernhardt und seine Mitarbeiter heißt das, neben dem obligatorischen Tragen von Schutzmasken und Gummihandschuhen, unter anderem:

- bevor die Arbeit im Innenraum eines Fahrzeuges beginnt, werden häufig berührte Flächen wie das Lenkrad, Schaltknüppel, Handbremse, Türgriffe und Radio oder Navigationsgeräte mit einem „Überzieher“ verhüllt. Das gilt natürlich auch für die Sitze.

- Die Fensterscheiben werden abgesenkt um eine kontinuierliche gute Lüftung zu gewährleisten.

- Nach Abschluss der Arbeiten und vor der Übergabe des Fahrzeugs an den Kunden wird der komplette Innenraum mit Desinfektionsspray keimfrei gereinigt.

Deutlich verändert hat sich auch die Arbeit im Verkauf: Probefahrten in Begleitung von Mitarbeitern liegen auf Eis, das müssen Kunden alleine machen – Fragen werden anschließend im Gespräch mit dem Berater (und dem geforderten Sicherheitsabstand) beantwortet.

Jochen Bock verzichtet im Ford Center Soest am Schloitweg derzeit sogar gänzlich auf solche Probefahrten. „Es bringt den Kunden wenig, sie mit technischen Fragen alleine zu lassen“, erklärt er. „Diese Fragen kommen unweigerlich auf bei Probefahrten und sollten dann auch sofort beantwortet werden können“. Konsequenterweise ist die Verkaufsabteilung in seinem Unternehmen derzeit Corona-bedingt de facto geschlossen., per Telefon oder Mail aber natürlich erreichbar.

Den Alltag im Betrieb regelt ein umfassendes Hygienekonzept, das Bock nach den Richtlinien des Branchenverbandes entwickelt hat und auf dessen Einhaltung er in Absprache mit der Belegschaft penibel achtet. So hat er getrennte Sitzbereiche für wartende Kunden geschaffen, die Abstände garantieren. Er bietet darüber hinaus aber auch an, Fahrzeuge abzuholen und wieder zurück zu bringen. Kunden, die befördert werden müssen, werden in einem großen Bus chauffiert. Terminabsprachen erfolgen in aller Regel kontaktlos über Telefon oder Mail.

Zum Konzept für die Mitarbeiter gehören unter anderem versetzte Pausenzeiten, um nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig im Aufenthaltsraum zu haben.

Wie seinem Kollegen Göttgens bestätigt Jochen Bock die bisherige Zwischenbilanz, dass das Konzept in seinem Unternehmen wirkt: Bislang hat sich keiner der Mitarbeiter in den Betrieben infiziert.

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