Books on Demand sind gefragt 

Mit Profi-Hilfe zum eigenen Buch

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Viele Autoren, die ein eigenes Buch veröffentlichen möchten, nutzen den Dienst "Books on Demand" (Bod) 

Soest - Das erste eigene Buch in den Händen zu halten, ist ein erhebendes Gefühl. Die meisten Autoren erfüllen sich ihren Lebenstraum vom eigenen Buch mittlerweile über BoD. (Books on Demand). Auch Soester Schreiber kommen nicht an dem deutschlandweit größten Unternehmen für Selfpublisher vorbei.

„Der Anteil der Hobbyautoren an unseren Kunden macht rund 50 Prozent aus“, sagt BoD-Sprecher Thorsten Simon. „40 Prozent sind Experten-Autoren, die ein besonders Knowhow haben, die restlichen zehn Prozent entfallen auf Berufsautoren. Die meisten von ihnen haben sich bereits einen Namen gemacht.“ Zu den 50 Prozent der Hobbyschreiber gehören auch die Mitglieder des Soester Vereins „Börde-Autoren“. Ihre Anthologie haben sie über BoD veröffentlicht. 

Hobbyautoren bei BoD sind auch die gebürtige Soesterin Jutta Draxler, die vor drei Jahren den Roman „Das Erbe des Wasserdrachen“ herausgab, sowie der Lehrer, der unter dem Pseudonym Rainer Runte gerade seine Autobiografie „Sastrop“ veröffentlichte. 

Gerade Neulinge in der Branche schätzen es, dass ihnen viel Arbeit abgenommen wird. Sie liefern einfach nur das Manuskript und die Fotos und wählen die Aufmachung aus. Fast alles andere macht das Unternehmen. 

Der Trick: Bei BoD wird ein Buch erst dann gedruckt, wenn es bestellt, da heißt bezahlt ist. Vorabkosten für die Druckauflagen entstehen nicht. Von jedem verkauften Exemplar bekommt der Verfasser einen Teil des Verkaufspreises. Um ein Werk über BoD zu veröffentlichen, muss ein Autor auf jeden Fall 19 Euro für ein Jahr zahlen. Dafür bekommt er ein schlichtes 300-Seiten-Exemplar in Schwarz-weiß samt ISBN, das in der Liste der lieferbaren Bücher erscheint, die Belieferung der Pflichtstellen, fünf Startexemplare und die Konvertierung als E-Book. 

Je nach Einband- und Bindeart, Papiersorte und Laminierung wird gezahlt. Mit Lektorat und Korrektorat kann der Preis bis zu Hunderten und Tausenden von Euro klettern. Beim Ermitteln des Verkaufspreises hilft ein Kostenkalkulator. Mindestens 9,90 Euro muss ein Werk immer kosten. Wird ein solches Exemplar verkauft, verdient der Autor einen Euro. Ist der Preis höher, verdient er entsprechend mehr.

 Um die Vermarktung aber muss sich der Schreiber selber kümmern. Wer sein Buch nur im Verwandten- und Bekanntenkreis verkaufen will, kommt gut dabei weg. Wer aber von den Veröffentlichungen leben will, muss ordentlich trommeln. „Unsere Berufsautoren sind in der Regel bestens vernetzt, arbeiten professionell und haben sich in ihrem Bereich einen Namen gemacht. Die haben oft eine richtige Fan-Gemeinde“, sagt BoD-Sprecher Simon. Vor allem im Vielleser-Genre seien sie gefragt. Mancher Autor produziere beispielsweise drei Liebesromane pro Jahr. Das wäre in einem etablierten Verlag nicht möglich.

 Auch mit teurer Aufmachung kommt ein Autor bei BoD in der Regel günstiger weg, als wenn er sich selber um alles kümmert. Heinz Keinemann, der vor zehn Jahren sein Büchlein „Ein kleines Dorf am Rande von Soest“ mit Meckingser Dorfgeschichten im Selbstverlag herausbrachte, sitzt noch heute auf einigen Hundert Exemplaren. Um das Projekt möglichst kostengünstig zu halten, hatte er damals 500 statt 300 Exemplare drucken lassen. Das waren zu viele. Insgesamt habe er mehrere Tausend Euro für die Veröffentlichung der Dorfgeschichten ausgegeben, sagt Keinemann. 

 Im Soester Buchhandel werden BoD-Exemplare häufiger nachgefragt, sagt Sabine Risken von der Ritterschen Buchhandlung. Vor allem „Special Interest“-Bücher seien gefragt. In der Soester Stadtbücherei werden BoD üblicherweise nicht eingekauft, weil sie von der Einkaufzentrale für Bibliotheken (EKZ) nicht angeboten werden. Es gibt Ausnahmen. Die Anthologie der heimischen Börde-Autoren hat Alexandra Eckel, die Bücherei-Leiterin, eigens bestellt, ebenso wie das Buch „Teheran im Bauch“ aus dem der Autor Matthias Kopetzki vor einiger Zeit in der Stadtbücherei gelesen hatte. Es berichtet über das Leben in zwei Kulturen.

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