Weniger Gäste wegen Corona

Touristenzahlen brechen auch in Soest ein

Auch die Zahlen der Gästeführungen sind zurückgegangen
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Auch die Zahlen der Gästeführungen sind zurückgegangen

45 Prozent weniger Gäste haben im Jahr 2020 den Kreis besucht. Das geht aus Zahlen hervor, auf die sich die Gewerkschaft Nahrund-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich dabei auf Zahlen des Landesamtes für Statistik. „Da liegen wir im Trend und sogar noch ein bisschen drüber“, sagt Birgitt Moessing, Leiterin der Soester Touristik mit Bedauern.

Soest - Die Stadt Soest kann einen Einbruch bei den Übernachtungen von 49,2 Prozent beklagen – natürlich aufgrund der Corona-Pandemie. Zahlen, die so natürlich fast alle Regionen in Deutschland betreffen, schließlich gab es im Frühjahr 2020 einen zweimonatigen Lockdown, der touristische Übernachtungen untersagte, außerdem waren Cafés und Restaurants geschlossen – genau wie seit dem 1. November und seit Mitte Dezember der Einzelhandel.

Hoteliers und Gastronomen: Großer Verlust wegen Ausfalls der Kirmes und des Weihnachtsmarkts

Vor allem der Ausfall der Kirmes und des Weihnachtsmarkt habe die Stadt Soest schwer getroffen, so Moessing. Im November und im Dezember machen normalerweise Hoteliers sowie Gastronomen in Soest großen Umsatz. Die Stimmung bei den Betreibern von Hotels, Restaurants und Betrieben sei dementsprechend frustriert. „Da braucht es ganz dringend Perspektiven, welche Strategie für die kommende Zeit gefahren werden kann“, sagt Moessing.

Auch der starke Rückgang bei den Gästeführungen unterstreicht die Krise im Tourismus: Sie seien um minus 75 Prozent eingebrochen. „Dabei war der Januar und Februar super gestartet und wir dachen schon, klasse, das wird ein tolles Jahr!“, erklärt Moessing. Der Dezember sei mit seinen besonderen Führungen über den Weihnachtsmarkt normalerweise ein starker Monat. „Wir bieten eine spezielle Schnupperführung mit Verkostung auf dem Weihnachtsmarkt an, die mit 60 bis 70 Führungen in der Adventszeit sehr gut nachgefragt ist. Im Jahr 2020 lag dieser Zahl bei Null – keine Weihnachtsmarkt, keine Führungen. Habe man im Mai zur Baumblüte gut 166 Führungen durch Soest und die Gräfte, so lag dieser Zahl im Lockdown 2020 ebenfalls bei Null. Auch als im Sommer einiges wieder ging, habe man doch gespürt, dass die Leute verunsichert waren und die Gruppen nur zögernd eine Führung buchten. „Im September 2020 konnten 104 Gästeführungen zählen, das ist etwa die Hälfte der sonst üblichen“, so Moessing. Im Oktober sank die Zahl mit 47 auf ein Drittel ab, obwohl im Jahr davor 151 Führungen durchgeführt wurden. „Die Gruppen, die an den Führungen teilnehmen, sind häufig Menschen über 60 Jahre, die sind natürlich besonders vorsichtig.“

Lockdown: Den Monat April hat es am härtesten getroffen

Zurzeit erhalte die Touristinformation die ein oder andere Anfrage nach Übernachtungen im Sommer. Doch auch das laufe noch sehr verhalten. Doch ein Gutes habe es: Die Mitarbeiter haben endlich mal mehr Zeit, sich intensiv mit den Kunden über Soest auszutauschen.

) 75749 Übernachtungen zählte das Landesamt für Statistik insgesamt für die Stadt Soest im vergangenen Jahr. Das macht ein Minus von 49,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Dabei sah es im Januar noch sehr gut aus: 9327 Übernachtungen konnten gezählt werden – ein plus von 8,1 Prozent. Der härteste Monat mit dem größten Rückgang an Übernachtungen war für die Stadt Soest der April mit seinem Lockdown, da gab es nur 1560 Übernachtungen – wohl von Geschäftsreisenden oder Monteuren. Das bedeutet ein Rückgang von 85,7 Prozent. Auch der Dezember ist mit minus 78,1 Prozent Rückgang verlustreich. Der stärkste Monat des vergangenen Jahres war der September, der in normalen Jahren gerne für einen Städtetrip nach Soest genutzt wird: 10080 Übernachtungen wurden verzeichnet, „nur“ ein minus von 29,8 Prozent.

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