Anzeiger sagt Zustellern „Danke“ für ihren großen Einsatz

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Ohne sie würde Ihr Anzeiger nicht auf dem Frühstückstisch liegen: Die Zusteller feierten am Samstag.

Soest - Renate Ückert braucht keinen Wecker. Um ein Uhr in der Nacht wacht die 77-Jährige von ganz alleine auf – und das schon seit 43 Jahren. Seit dem 1. Mai 1974 arbeitet Ückert als Zustellerin für den Soester Anzeiger. Die Werlerin sorgt dafür, dass rund 70 Anzeiger-Leser jeden Morgen pünktlich zum Frühstück ihre Tageszeitung im Briefkasten haben.

Sie ist eine von rund 300 Zustellern, die sich sechsmal pro Woche die Nacht um die Ohren schlagen und insgesamt 30 000 Zeitungen verteilen. Die meisten sind in nächtlicher Stunde als Einzelkämpfer unterwegs. Am Samstag trafen sie sich jedoch beim Zustellerfest im Pressehaus am Schloitweg in Soest in großer Runde mit ihren Kollegen. Für Vertriebsleiter Jörg Klekamp war das eine gute Gelegenheit, „Danke“ zu sagen.

Wichtig sei vor allem, dass Mitarbeiter zuverlässig sind und sich auch vom schlechten Wetter nicht von der Arbeit abhalten lassen. Von diesen zuverlässigen Mitarbeiter hat Klekamp eine ganze Menge. „Nur jede Tausendste Zeitung kommt nicht pünktlich bei den Lesern an, das ist eine sehr gute Quote“, meinte der Vertriebsleiter. Gerade junge Leute unterschätzten die Arbeit jedoch: Bei 100 Zeitungen pro Zusteller kommen schnell mehrere Kilo Gewicht zusammen, da kann eine Tour auch körperlich ganz schön anstrengend werden.

So lange wie die Werlerin Renate Ückert ist niemand dabei. Bis Mitte der 70er-Jahre arbeitete sie als Foto-Laborantin. Als ihr Betrieb dicht machte, suchte sie einen neuen Job und fand ihn beim Anzeiger. Seitdem steht sie an sechs Tagen pro Woche mitten in der Nacht auf, verteilt in ihrer Nachbarschaft die Zeitungen und legt sich dann nach getaner Arbeit nochmal ins Bett. „Dann schlafe ich richtig“, sagt Ückert. Sie selbst liest den Soester Anzeiger übrigens erst am Vormittag nach dem Frühstück.

Das frühe Aufstehen liegt jedoch längst nicht jedem so gut wie der rüstigen Seniorin. „Ich bin eigentlich kein Frühaufsteher, ich könnte auch bis zwölf Uhr schlafen. Deshalb stelle ich mir jeden Morgen drei Wecker“, sagt Christian Röttger. Er arbeitet in Körbecke als Zusteller.

Bei seinen nächtlichen Einsätzen ist er in der Regel alleine unterwegs, nur seinen Nachbarn Udo Tigges trifft er morgens manchmal. Auch Tigges verteilt in Körbecke Zeitungen. Er genießt nach der Arbeit gegen 4.30 Uhr in aller Ruhe seinen ersten Kaffee - und ist heute früh sicherlich einer der ersten Leser dieser Zeilen.

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