Andreas Strumann betreibt mobile Freilandhaltung

Glückliche Hühner in Deiringsen wechseln ständig Standort

Köppelmann

Deiringsen – Andreas Strumann geht neue Wege und kehrt gleichzeitig zu einem Stück Familientradition zurück, die lange eng mit Landwirtschaft im Nebenerwerb verbunden ist. Der 39-Jährige verdingt sich auf kleiner Fläche und setzt auf die mobile Freilandhaltung. Das bedeutet: Die rollenden Behausungen für 900 Legehennen werden regelmäßig an einen anderen Standort versetzt.

So haben die Hühner immer frischen Auslauf mit Gräsern satt, Klee und Kräutern. Am Anfang standen die Fragen: Was soll mit den eigenen Flächen geschehen? Und wie kann es gelingen, die Landwirtschaft ins Dorf zu holen, um sie auch für Kinder greifbar zu machen? 

Berichtet der 39-Jährige über den Gang der Dinge, dann erwähnt er die zweijährige intensive Planungsphase, die Fortbildungen bei der Landwirtschaftskammer und letztlich die Entscheidung, es mit den Wieseneiern zu versuchen, die heute im Dorf, aber auch darüber hinaus, sehr gefragt sind. 

Er freut sich, wenn die Leute das kräftige Gelb des Dotters loben und sagen: „Das schmeckt ja wie früher.“ Kinder kommen vorbei, schauen nach den Hühnern, sie sammeln Eier ein und helfen gern beim Füttern. Sie sollen wissen, wo gutes Essen herkommt und wie wertvoll Lebensmittel sind, so Andreas Strumann, Mitglied im Bundesverband Mobile Geflügelhaltung. 

 Es sei ihm wichtig, dass frische, regionale Produkte in den Vordergrund rücken, fährt der Deiringser fort. Sein Konzept kommt offenbar an. Das zeigt sich bei der Eier-Tour, die er anbietet – fast so wie früher, als er mit seiner Schwester durchs Dorf zog, um die Eier in die Nachbarschaft zu bringen. Im September ist er mit dem ersten Stall gestartet, jetzt seien es bereits drei, erläutert er. „Es ist schön, wenn die Hühner den Wechsel Jahreszeiten erleben“, hebt der zweifache Vater hervor. 

Die 5-jährige Ida und der 8-jährige Jannis begleiteten ihn bei unserem Besuch zum Acker, und kaum waren sie dort eingetroffen, da standen auch schon zwei Deiringser Jungen am Stall, um eine Schachtel Wieseneier zu holen. „Die stammen von glücklichen Hühnern“, schmunzelt Andreas Strumann. „Hier draußen ist ihr Wellness-Bereich“, meint er. Und weiter: „Es wird gescharrt, gepickt, sand- und sonnengebadet oder einfach nur geruht.“

 Er ist froh, den Schritt gewagt zu haben, weiß aber auch, dass er die Unterstützung des heimischen Handels braucht. Einige Geschäfte, die kleinbäuerliche Strukturen fördern, haben  die Soester Wieseneier bereits in ihr Sortiment aufgenommen. 

Familie Strumann ist in Deiringsen am Heinkenweg zuhause.www.soester-wieseneier.de

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