Nur Eckhard Ruthemeyer wirft Hut in den Ring

Soester Parteien haben keine Eile bei Kandidaten-Kür

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Wer wird nach der nächsten Wahl Chef im Soester Rathaus werden? Noch ist das Kandidatenfeld sehr überschaubar.

Soest - Dass Eckhard Ruthemeyer noch einmal für die CDU Bürgermeister werden will, war in der Soester Politik erwartet worden – der frühe Zeitpunkt der Bekanntgabe seiner Kandidatur für die Wahl im Herbst 2020 hat aber doch überrascht. Den eigenen Fahrplan für die Kandidaten-Kür wollen sich die anderen Parteien davon aber nicht diktieren lassen. 

„Wir werden uns ganz sicher nicht davon treiben lassen, dass der Bürgermeister seine Kandidatur schon jetzt öffentlich gemacht hat“, versicherte gestern Sandra Wulf, Vorsitzende der Soester SPD. Natürlich seien die Kommunalwahlen im kommenden Jahr schon länger Diskussionsthema in den Parteigremien, mit einer Entscheidung in personellen Fragen sei aber erst „Richtung Herbst“ zu rechnen. 

„Für uns ist wichtig, dass wir gute Kandidaten für das Bürgermeisteramt und das Ratsteam aufstellen und ein ebenso gutes Programm“, so Wulf. Das letzte Wort in allen drei Fragen werde dann eine Mitgliederversammlung haben. 

"Mal kurz andiskutiert"

„Richtig gut“, findet es Anne Richter, Fraktionsvorsitzende der Soester Grünen, dass Ruthemeyer so früh für klare Verhältnisse gesorgt hat. Alles andere als klar sei aber die Sachlage derzeit in dieser Frage bei ihrer Partei. „Wir haben das mal kurz andiskutiert“, so Richter. 

Noch aber sei es völlig offen, ob die Grünen den Wählern einen eigenen personellen Vorschlag machen würden oder den Kandidaten/Kandidatin einer anderen Partei unterstützen würden. 

Für die gemeinsame Fraktion von BG und Junges Soest erklärte Andreas Kappelhoff auf Anfrage, dass vor einer abschließenden Entscheidung über eine Kandidatur für den Chefposten im Rathaus abgewartet werden soll, wie es mit der Stichwahl weitergeht: Die Landesregierung prüft bekanntlich, ob die abgeschafft werden soll. „Wohl in der zweiten Jahreshälfte“ sei dann mit einer BG-Entscheidung in Sachen Bürgermeisterkandidatur zu rechnen. 

Erst Europa, dann Soest

Ganz so lange will sich die FDP wahrscheinlich nicht Zeit lassen – obwohl auch sie sich bislang „noch keine konkreten Gedanken über einen eigenen Kandidaten“ gemacht habe, wie der Stadtverbandsvorsitzende Michael Burges einräumt. Der Vorstand werde aber genau das in den nächsten Wochen tun und dann entscheiden. 

Erst Europa, dann Soest: Diese (rein zeitlichen) Prioritäten setzen die Linken bei ihrer Wahlkampfplanung. Der Vorsitzende Winfried Hagenkötter rechnet damit, dass nach der Europawahl im Mai die Kommunalwahl in den Fokus rücken werde – bis dahin bleibe es offen, ob die Linken erneut mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehen oder einen gemeinsam mit anderen unterstützen werden. 

"Zeichen der Schwäche"

Ob der dann auch von der SO-Partei unterstützt würde, ist eine weitere Frage, die derzeit noch völlig offen ist. Alles andere als unklar ist es dagegen, dass der Vorsitzende Willy Fischer und seine Parteifreunde keinerlei politische Sympathien für den Amtsinhaber hegen und ihn gerne ablösen würden. „Dass er sich so früh erklärt, ist für mich ein Zeichen der Schwäche“, erklärt Fischer. 

Kein Wunder also, dass sich die SO-Partei mit einer Entscheidung in Sachen Bürgermeisterwahl noch Zeit nehmen will – wie viel, das ist allerdings ein weiterer Punkt, den Fischer gestern noch offen ließ.

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