Ehemalige Militärgebäude

Aus alten Blöcken werden Quartiere: Sanierung in Adamkaserne nimmt Formen an

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Block 6 der Adamkaserne wurde bereits abgerissen.

Soest – Ihre besten Jahre schienen die sieben markanten Blöcke auf dem Gelände der ehemaligen Adamkaserne schon hinter sich zu haben: Einst als Teil des Militärkomplexes gebaut und betrieben, war ihre Zukunft nach dem Abzug der Belgier aus Soest lange unklar.

Mieter hielten sie zwar so gut es eben ging in Schuss, eine wirklich nachhaltige Nutzung war das aber nicht. Dann wendete sich das Blatt, die Soester Wirtschaftsförderung erwarb das Areal und mit ihm die Blöcke. 

Statt sie sämtlich abzureißen, bis auf den Block 3 mit der Französischen Kapelle, verschwand nur der Block 6, für die anderen wurden Käufer gesucht und gefunden – erneut bis auf Block 3. Inzwischen sind in den meisten der Blöcke die ersten Handwerker „eingezogen“, um sie schöner herzurichten als je zuvor. 

Block 1 

Das Soester Architektenbüro „impuls 3A“ hat das Gebäude im Eingangsbereich der ehemaligen Kaserne erworben und wird hier Wohnungen bauen. Mit den Arbeiten wird nach Angaben des Büros in der kommenden Woche begonnen. 

Block 2 

Der wurde vom Soester Investor Investor Joachim Jatzkowski gekauft. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Block mit dem auffälligen Turm entsteht ein moderner Neubau, das „Towerhouse“, inklusive Tiefgarage und Penthouse. Insgesamt sollen in beiden Gebäuden rund 40 Wohneinheiten entstehen. 

Block 3 

Lange hat die Politik gerungen, bevor sich der Rat im vergangenen September mehrheitlich festlegte: Für Kapelle und Museum im Dachgeschoss werden 500 Quadratmeter reserviert, die Miete dafür zahlt die Stadt. Details wie die Höhe der Miete oder die Anzahl geförderter Sozialwohnungen in dem Block sind öffentlich noch nicht bekannt. Im Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung haben nach Anzeiger-Informationen insgesamt drei private Investoren ihr Kaufinteresse angemeldet, einer davon ist die „Armand Adam GmbH“ aus München (siehe auch Blöcke 4, 5 und 7). 

Allerdings soll nur einer der beiden anderen Interessenten, die jeweils deutlich höhere Kaufpreise anbieten, in seinem Konzept eine nennenswerte Zahl an Wohnungen berücksichtigen, die er mit einer Mietpreisbindung von zehn Jahren auf Sozialwohnungsniveau anbieten will. Rund 30 Wohnungen mit einer entsprechenden Bindung in dem Block zu bauen, verlangen bislang zumindest Teile der Politik. 

Oder doch die städtische Gesellschaft? 

Dem Vernehmen nach weiterhin eine Option ist der Erwerb und die Sanierung des Blocks durch die städtische „WohnBau Soest GmbH“ (WBS) – sie war schließlich einst für exakt dieses Projekt gegründet worden. Wer von den vier Interessenten den Zuschlag bekommen soll, wird am Donnerstag zunächst ab 17 Uhr im Hauptausschuss diskutiert und anschließend im Rat entschieden – jeweils hinter verschlossenen Türen in nichtöffentlicher Sitzung. 

Blöcke 4, 5 und 7 

Nachdem einige Unstimmigkeiten, unter anderem wegen der Übernahme von Kosten für die Sanierung von Altlasten, offensichtlich weitgehend ausgeräumt werden konnten, hat der Erwerber der drei Blöcke, die „Armand Adam GmbH“ aus München, inzwischen mit dem Entfernen belasteten Materials aus den Blöcken begonnen. 

In den Blöcken 4 und 5 sollen Mietwohnungen gebaut werden, bei deren Bau die späteren Mieter schon im Vorfeld eigene Ideen einbringen können und sollen, der Block 7 soll für innovative Konzepte für gewerbliche Nutzungen hergerichtet werden. 

Ebenfalls geplant ist der Bau einer großen Tiefgarage für den gesamten Komplex.

Ideen und Wünsche für die neue Wohnung

Von Anfang an betonte die Unternehmerfamilie, die mit der „Armand Adam GmbH“ die drei Blöcke im „Belgischen Viertel“ erwarb, die frühzeitige Beteiligung potenzieller Mieter bei der Erstellung von Sanierungs- und Nutzungskonzepten als wichtigen Baustein des Engagements in Soest. 

Am kommenden Samstag, 12. Oktober, sind alle Interessierten eingeladen zu einem „Mi(e)tmach-Workshop“ von 10 bis 13 Uhr, wo Ideen und Wünsche vorgetragen werden können und sollen. Aus organisatorischen Gründen wird dafür um eine Anmeldung gebeten – die, und weitere Informationen, gibt´s unter Telefon 089 /287 881 610 (Laura Kloers).

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