Sie bestreitet einen Schaden

82-Jährige steht wegen Fahrerflucht in Soest vor Gericht

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Vor dem Amtsgericht wird verhandelt

Die Seniorin und der Geschädigte geben ganz unterschiedliche Schilderungen ab

Eine 82-jährige Autofahrerin aus Soest musste sich jetzt vor dem Amtsgericht wegen Fahrerflucht verantworten. Ihr wird vorgeworfen, am 7. Januar morgens gegen 9.20 Uhr auf dem Parkplatz des Marienkrankenhauses beim Ausparken ein anderes Fahrzeug angestoßen zu haben und sich dann unerlaubt entfernt zu haben. 

"Ich habe nichts gemerkt"

Zunächst schilderte die Seniorin an der Seite ihres Anwalts ihre Sicht der Dinge: Sie habe nicht gemerkt, dass sie beim Ausparken ein anderes Auto touchierte. Dann aber sei der Fahrer des Wagens, der im Wagen saß, ausgestiegen und habe ihr zu verstehen gegeben, dass sie eine Beule in seinen Wagen gefahren habe.

 „Ich habe mit der Hand über die Stelle gestrichen, wo angeblich der Schaden sein sollte, konnte aber nichts entdecken. Dann hat der Mann mich laut angeschrien und nach der Polizei verlangt“, schildert sie. Weil sie keinen Schaden erkennen konnte, setzte sich die alte Dame ins Auto und fuhr nach Hause. 

Sie und ihr Anwalt gaben an, an dem Auto habe es bereits vorher erkennbare Schäden gegeben, die unmöglich von dem Unfall am Marienkrankenhaus stammen konnten. Der Anwalt räumte ein Fehlverhalten seiner Mandantin ein – sie hätte die Polizei rufen müssen – wünschte sich vor Gericht jedoch die Einstellung des Verfahrens. Er stellte in Zweifel, dass durch den Unfall am 7. Januar ein Schaden von rund 2800 Euro entstanden sei, so wie es im Raum stand.

"Unmögliches Verhalten"

anwältin nicht einlassen. „Es war ein unmögliches Verhalten der Angeklagten, nachdem sie den Unfall verursacht hat, davon zu fahren.“ Sie sprach sich für ein Fahrverbot aus, auch wenn es nur für einen Monat sei. 

Der Geschädigte, ein Arzt aus dem Marienkrankenhaus, schilderte den Ablauf so: Die Fahrerin sei beim Ausparken in sein Auto hineingefahren, er sei ausgestiegen, habe an ihre Scheibe geklopft und die Frau aufgefordert, auszusteigen und sich den Schaden anzusehen. Sie habe das auch getan, sich die Stelle angesehen und gesagt, sie könne keine Schäden entdecken. 

Außerdem habe die Fahrerin ihn beschimpft, bevor sie weggefahren sei, ohne auf die Polizei zu warten. Zum Schaden an seinem Auto sagte er, die Sensorik für das Öffnen und Schließen seines Cabrio-Verdecks sei danach kaputt gewesen. Weitere zwei Zeuginnen wurden gehört, die die Unfall beobachtet hatten.

Beide sagten, sie hätten gesehen, wie das Auto der 82-Jährigen eindeutig gegen das andere Auto gefahren sei. Die Fahrerin sei dann ausgestiegen, habe sich die Stelle angesehen und sei weggefahren. Der Anwalt hatte Fragen an den Geschädigten, die aber wegen Sprachschwierigkeiten nicht vollständig beantwortet werden konnten. Wie hoch der Schaden am Auto des Geschädigten tatsächlich war, soll nun ein Sachverständigen-Gutachten prüfen. Das Verfahren wurde ausgesetzt, beim nächsten Termin wird ein Dolmetscher anwesend sein

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