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Mit dem Ordnungsamt unterwegs: So laufen die 3G-Kontrollen auf der Kirmes

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Von: Daniel Schröder

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Auf der Allerheiligenkirmes in Soest wurden am Mittwoch die „3G“ kontrolliert.
Auf der Allerheiligenkirmes in Soest wurden am Mittwoch die „3G“ kontrolliert. © Daniel Schröder

Auf die Kirmes darf nur, wer eines der drei G nachweisen kann. Heißt: Besucher müssen geimpft, getestet oder genesen sein. Mit stichprobenartigen Kontrollen überprüfte das Ordnungsamt am ersten Kirmes-Tag, ob sich die Besucher an die Regel halten.

Soest - Zielstrebig gehen Ankica Jakovljevic vom Soester Ordnungsamt und ihr Kollege Michael Grynek auf den Getränkestand zwischen Rathaus und Riesenrad zu. „Ordnungsamt Soest, wir würden gerne einmal die drei G kontrollieren“, sagt Ankica Jakovljevic mit entspannt freundlicher Stimme zu dem Ehepaar, das sich gerade ein Bier schmecken lässt.

Ohne überrumpelt zu wirken, greifen die beiden Eheleute in ihre Taschen, zeigen erst ihre Impfnachweise, dann ihre Personalausweise vor. Um spätere mögliche Kontrollen abzukürzen, bekommen beide am Ende ein grünes Kirmes-Armbändchen. Das ging schnell.

3G-Kontrolle auf Allerheiligenkirmes Soest: Impfausweis da - doch der Personalausweis fehlt

Etwas länger dauert die nächste Kontrolle: Die Mutter eines Kindes, das grad an einer Spielbude sein Glück herausfordert, kann zwar ihren Impfausweis vorweisen. Doch ihren Personalausweis hat sie nicht dabei. Ihr Portemonnaie nehme sie nie mit auf die Kirmes, aus Angst vor Diebstahl. Angst vor einem Bußgeld muss sie trotzdem nicht haben: Ein kurzer telefonischer Abgleich der Daten mit dem Einwohnermeldeamt und alles ist geregelt.

Fehlt der Personalausweis, werden die Daten mit dem Einwohnermeldeamt abgeglichen.
Fehlt der Personalausweis, werden die Daten mit dem Einwohnermeldeamt abgeglichen. © Daniel Schröder

Als Ordnungshüter entwickle man ein Gespür für solche Situationen, erklärt Michael Grynek. Wer bei einer Kontrolle plötzlich nervös wirke, habe eher etwas zu verbergen, als diejenigen, die nachvollziehbar erklären könnten, warum - wie in diesem Fall - der Personalausweis fehle. Die Mutter wirkt vertrauenswürdig und bekommt ihr grünes Bändchen. „Das gilt aber nur für heute“, erklärt Ankica Jakovljevic. „Nur heute? Kann ich das Bändchen für morgen auch schon bekommen?“, fragt die Frau. Doch das Bändchen für einen bestimmten Tag gibt es eben nur an eben diesem Tag. „Und dann bitte mit Ausweis.“ „Versprochen.“ 

3G auf der Allerheiligenkirmes in Soest: Wer wird eigentlich kontrolliert?

Ähnlich laufen die weiteren Kontrollen ab. Wert wird darauf gelegt, dass sie tatsächlich stichprobenartig erfolgen. Eine bestimmte Quote oder eine Mindest-Kontrollzahl am Tag gebe es nicht. Kontrolliert werden kann jeder, der von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes als Kirmes-Besucher identifiziert wird. „Wir schauen, ob jemand beispielsweise etwas an einer Kirmesbude gekauft hat“, erklärt Michael Grynek. Wer aus einem Karussell kommt oder davor ansteht oder es sich an einem Imbiss- oder Getränkestand gemütlich gemacht hat, muss ebenso damit rechnen, seinen 3G-Nachweis erbringen zu müssen. 

Wer seinen 3G-Nachweis erbringen konnte, bekommt ein Bändchen für zukünftige Kontrollen am selben Tag.
Wer seinen 3G-Nachweis erbringen konnte, bekommt ein Bändchen für zukünftige Kontrollen am selben Tag. © Daniel Schröder

Dafür haben die Besucher, die an diesem Mittwoch kontrolliert werden, Verständnis: „Ich finde es gut, dass die Kontrollen nicht nur angekündigt wurden, sondern auch tatsächlich durchgeführt werden. Es muss kontrolliert werden, damit es ernst genommen wird“, sagt eine Besucherin. Ihr Freund pflichtet ihr bei: „Man hat doch schließlich nichts zu verbergen.“ 

3G-Kontrolle auf der Allerheiligenkirmes in Soest: Was kostet ein Verstoß?

Wer dann doch etwas zu verbergen hat und sich ohne Impfung, Genesung oder Test auf der Kirmes rumtreibt, muss damit rechnen, dass der Besuch sehr teuer wird: Das Bußgeld beträgt gemäß der Vorgaben des Landes NRW beim Erstverstoß 250 Euro und verdoppelt sich bei Wiederholungen. Der 3G-Nachweis kann nicht nachgereicht werden.

Kirmes-Besucher sollten also sicherstellen, dass beispielsweise der Handy-Akku geladen ist, wenn sie das Impfzertifikat nur digital dabei haben. „Da wird keine Ausnahme gemacht“, betonte Ordnungsamts-Chef Detlef Märte im Vorfeld der Kirmes. Ähnlich konsequent wollen die Verantwortlichen auch mit Kindern und Jugendlichen umgehen. Schüler gelten grundsätzlich als getestet, ältere müssen aber nachweisen können, dass sie Schüler sind – zum Beispiel durch einen Schülerausweis.

Das Ordnungsamt wird von einem Sicherheitsdienst begleitet.
Das Ordnungsamt wird von einem Sicherheitsdienst begleitet. © Daniel Schröder

Wer noch nicht getestet ist, kann das vor Besuch der Kirmes allerdings nachholen: Getestet wird während der Kirmes am Bahnhof und unter den Rathausbögen (insgesamt 38 Entnahmestellen), und zwar am Mittwoch von 12 bis 24 Uhr, am Donnerstag von 9 bis 24 Uhr, am Freitag von 11 bis 24 Uhr, am Samstag von 9 bis 24 Uhr und am Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Außerdem am Pferdemarkt-Donnerstag von 7 bis 14 Uhr am Osthofentor mit 16 Entnahmestellen. An diesen drei Stationen kostet der Test 15 Euro.

3G-Kontrolle auf Allerheiligenkirmes Soest: Kein „Promibonus“

Und auch einen Promi-Bonus gibt es auf der Allerheiligenkirmes bei der 3G-Kontrolle nicht: So musste am Mittwoch auch Bördekönigin Jonna Mabel Prange ihren Nachweis vorzeigen, als sie auf Ankica Jakovljevic und Michael Grynek trifft. Mit einem Schmunzeln im Gesicht legte ihr Jakovljevic das grüne Kirmesbändchen um. 

Auch Bördekönigin Jonna Mabel Prange wurde kontrolliert.
Auch Bördekönigin Jonna Mabel Prange wurde kontrolliert. © Daniel Schröder

Das Fazit der Ordnungsamts-Mitarbeiter am Mittwoch: „Die Kontrollen laufen sehr gut und sehr angenehm. Wir hoffen, dass es noch etwas voller wird“, sagte Michael Grynek angesichts des schlechten Wetters. 

Sollte es bei einer Kontrolle - beispielsweise am Abend, wenn bereits viel Alkohol geflossen ist - doch einmal zu einer eher kritischen Stimmung kommen, sind die beiden Ordnungsamts-Mitarbeiter nicht allein: Sie werden stets von einem Sicherheitsdienst begleitet. „Das gibt uns in solchen Situationen natürlich ein gutes Gefühl“, betonte Grynek. Und sollte auch die Unterstützung durch den Sicherheitsdienst nicht ausreichen, ist in Windeseile die Polizei zur Stelle.

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