Viel Arbeit für Polizei und Rettungskräfte

So läuft die Arbeit in der Kirmesleitstelle

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Im Gewühl auf dem Pferdemarkt schauen sich die Einsatzkräfte natürlich auch um. Sie sind immer verbunden mit der Leitstelle.

Soest - Wenn wirklich alle Drähte glühen und in der Stabstelle der Kreispolizei für die Allerheiligenkirmes die volle Konzentration jedes einzelnen Beamten an Computern und Telefonen gefragt ist, Einsatzleiter Stefan Stracke aber dennoch dringende Aufmerksamkeit braucht – dann greift er zur Glocke. Klein, aus Messing, total Old School.

„Aber wirkt immer“, sagt Stracke und lacht. Ansonsten dominiert in der Leitstelle an der Werler Landstraße aber hochmoderne Technik und deutlich mehr Manpower als üblich an den Kirmestagen. Manchem Soester mag es schwer fallen zu glauben, aber tatsächlich steht das Leben außerhalb der Stadtmauern auch während der Kirmes nicht still.

Das merken Hauptkommissarin Ina Kampschulte und ihre Kollegen in der Leitstelle spätestens dann, wenn wieder die rote Lampe an ihren Arbeitsplätzen aufleuchtet – sichtbares Zeichen für einen ankommenden Notruf über die 110. An den Kirmestagen sind alle fünf Stationen in der Leitstelle besetzt – plus eine weitere im Nachbarraum.

Tür an Tür mit den Kollegen

Dort landen alle Notrufe, die von innerhalb der Wälle eingehen, zur weiteren Bearbeitung. Und die hängt wiederum davon ab, wie dringend das Problem gerade ist, um das sich die Polizei natürlich umgehend kümmern soll, und worum es überhaupt geht. Immer wieder sind es eskalierende Streitigkeiten, gerne auch angefeuert von viel Alkohol im Blut und von den Begleitungen der jeweiligen Kontrahenten, wenn ganze Gruppen von Kirmesgängern involviert sind.

Die Stabstelle hat einen Überblick über die Standorte aller Einsatzkräfte auf dem und rund ums Kirmesgelände in der Altstadt, und kann innerhalb von Sekunden entscheiden, welche Beamten am schnellsten zur Schlichtung oder zur wirkungsvollen Strafverfolgung in Marsch gesetzt werden. Immer wieder zahlt es sich aber auch aus, dass Leit- und Stabstelle nicht nur Tür an Tür mit den Kollegen der Rettungsleitstelle sitzen und manches da auf dem kürzesten Dienstweg geregelt werden kann, sondern dass die Polizei auch mit allen an der Organisation und Durchführung der Kirmes beteiligten Institutionen vernetzt ist.

Muss die Kavallerie geschickt werden? 

Das hilft nicht nur bei Faustkämpfen und schlimmeren Auseinandersetzungs-Varianten auf der Kirmes, sondern auch bei der thematisch ausgesprochen breit gefächerten Palette aller anderen Notrufe. Beispiele? Jugendliche Streuner sehen keine andere Möglichkeit mehr, zu vorgerückter Stunde den familiären Heimathafen zu erreichen – von der Polizei erwarten sie einen komfortablen und kostenlosen Transport nach Hause. Möglichst sofort.

Einen akuten Notfall sieht auch der hörbar alkoholisierte Anrufer darin, dass ein Wirt ihn gerade vor die Tür gesetzt hat, mit guten Wünschen für den Rest der Nacht, aber ohne die wärmende Jacke, die jetzt im Schankraum hängt. Da muss doch, liebe Polizei, was zu machen sein. Und das gilt natürlich auch für tatsächliche oder vermeintliche Diebstähle, Menschen mit bösen Blicken und auch ebensolchen Absichten. Alle Notrufe werden angenommen und dokumentiert.

Und dann muss schnell und richtig entschieden werden: Tun es beruhigende Worte oder muss sofort „die Kavallerie“ losgeschickt werden, wie Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper es umschreibt? „Alles ist denkbar, auf vieles sind wir vorbereitet und für fast alles gibt es Konzepte“, erklärt Stracke. Und freut sich bei jedem Schichtende darüber, dass die meisten Besucher in die Stadt kommen, um friedlich zu feiern.

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