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Allerheiligenkirmes 2021: In den Kneipen wird es doch Partys geben

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Von: Daniel Schröder

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In der Soester Gastronomie-Szene herrscht Verwirrung. Sind Partys nun erlaubt oder nicht? Unsere Redaktion hat sich umgehört und klärt auf.

Soest – Bereits vor mehreren Wochen seien mehrere Soester Gastronomen auf die Stadt Soest zugekommen und hätten ihr Ansinnen geäußert, bei der Allerheiligenkirmes, die am Mittwoch in zwei Wochen starten soll, keine Partys in ihren Innenräumen zu veranstalten, berichtete Thorsten Bottin, Sprecher der Stadt Soest.

Vielmehr, so hätten sie bekundet, wollten sie ihre Kneipen und Restaurants mit Bestuhlung öffnen – für Kirmes-typische Szenen mit Gedränge vor dem Zapfhahn wäre da wenig Platz gewesen. Angesichts der aktuellen Corona-Schutzverordnung stellte sich jedoch die Frage nach dem Warum. Seitens der Stadt gebe es dazu keine Verfügung – und es sei auch keine geplant, so Bottin. „Voraussetzung wird die dann gültige Corona-Schutzverordnung sein.“

2G in den Warsteiner Stuben bei der Allerheiligenkirmes: Zugang zum Innenraum nur geimpft oder genesen

Laut der aktuell gültigen Verordnung wären derartige Veranstaltungen unter gewissen Regeln (siehe unten) möglich. Das dachten sich in der Folge auch einige Gastronomen: Henry Jeschke von den „Warsteiner Stuben“ setzt beispielsweise auf die 2G-Regel. In seine „Stuben“ kommen nur geimpfte oder genesene Gäste, wer lediglich einen negativen Test vorweisen kann, muss sich mit den Plätzen im Außenbereich zufriedengeben, die Jeschke während der Kirmes anbieten möchte.

„Ich hoffe, dass es richtig voll wird. Wenn man hört, was in Lippstadt auf der Herbstwoche so los ist – da freut man sich natürlich.“ Seit dem 8. Oktober, als die „Stuben“ nach langer Pause wieder öffneten, setzt Jeschke auf 2G: „Hier gab es noch keine Beschwerden oder Motzereien. Da war ich dann doch überrascht, wenn ich überlege, was bezüglich der 2G-Regel vorher ins Internet geschrieben wurde.“

Als bekannt geworden war, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu den „Stuben“ bekommen, brach auf Facebook eine Welle der Entrüstung los. Ein Beispiel dafür, dass die Schnittmenge von wütenden Facebook-Kommentatoren mit „echten Gästen“ gering sein kann. „Die, die hier waren, fanden 2G okay. Sie sagten mir, dass sie sich so sicherer fühlen würden“, erklärte Jeschke.

Ein Bild aus alten Kirmes-Zeiten im Anno: Mancherorts soll es in diesem Jahr wieder so aussehen.
Ein Bild aus alten Kirmes-Zeiten im Anno: Mancherorts soll es in diesem Jahr wieder so aussehen. © Thomas Brüggestraße

Pesel in Soest: „Kirmes nur ganz oder gar nicht“

Auch im Pesel wird es die typischen Kirmes-Nächte geben: Matthias Lange vom Pesel stellt sich auf die üblichen „harten Tage“ ein. „Klar, es kommt noch eine neue Corona-Schutzverordnung und es ist noch unklar, was drin stehen wird. Aber unsere Rückfragen beim Ordnungsamt haben ergeben, dass wir ganz normal nach der 3G-Regel vorgehen können“, so Lange.

Im Pesel wird der Nachweis über Impfung, Genesung, einen negativen PCR-Test oder einen maximal sechs Stunden alten Schnelltest am Eingang erforderlich sein. Zu den Gesprächen mancher Gastronomen, dass es keine Partys geben soll, sei man „nicht eingeladen“ gewesen. „Wir haben seit dem 10. September wieder offen. Seitdem läuft es hier wie vor Corona. Die Hütte ist voll, und so haben wir es auch zur Kirmes vor.“ Lange betont: „Es wurde von vornherein gesagt, dass es die Kirmes nur ganz oder gar nicht geben soll. Wir werden unser Ding machen, wie wir es gewohnt sind. Alles andere hat für uns als Pesel keinen Sinn.“

3G im Lamäng und Solista in Soest: Maske überall, „wo man nicht sitzt“

Margarita Burgos Luque erklärte, dass es im Lamäng und Solista keine Tanzveranstaltungen im Innenraum geben wird. „Jeder Kollege muss für sich entscheiden, was richtig oder falsch ist. Dafür sind wir Unternehmer.“ Sie setze auf die normale 3G-Regel, um niemanden auszuschließen: „Zu uns kommen viele Familien. Sollen wir Kinder und Jugendliche draußen lassen? Wie soll das gehen? Dann wäre die Hälfte unserer Gäste weg.“

Die 3G-Regel würde in diesem Fall bedeuten, dass die Maske überall dort getragen werden muss, „wo man nicht sitzt“. Stühle und Tische sollen in den beiden Betrieben auch über die Kirmes dort bleiben, wo sie sonst auch stehen.

Diese Corona-Regeln gelten aktuell für die Gastronomie

Gastronomische Einrichtungen in NRW dürfen unabhängig vom Corona-Infektionsgeschehen öffnen. In Innenräumen muss zwischen den Tischen kein Mindestabstand mehr eingehalten werden. Für Gäste in Innenräumen gilt die 3G-Regel.

Bedeutet: Sie müssen einen Nachweis erbringen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. In Clubs, Diskotheken und bei Tanzveranstaltungen einschließlich privater Feiern mit Tanz muss keine Maske getragen werden, da der Zutritt nur Geimpften, Genesenen oder Menschen mit einem negativen PCR-Test oder einem höchstens sechs Stunden alten Schnelltest erlaubt ist. Gastronomen haben auch die Möglichkeit, in ihren Innenräumen die 2G-Regel umzusetzen – die Gäste müssen demnach geimpft oder genesen sein. Wird die 2G-Regel in der Innengastronomie durchgesetzt, entfällt die Maskenpflicht.

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