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Pink-Floyd-Tribute in der Stadthalle: Akustik statt Elektro-Bombast

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Bunt wurde es auf der Bühne, als "Echoes" in der Soester Stadthalle der Band Pink Floyd einen akustischen Tribut zollten

Soest - Langsam füllen die Akkorde der Glasharfe den Saal, dann übernimmt eine Klarinette die Melodie, bevor die akustische Gitarre bei einem der berühmtesten Rocksongs aller Zeiten intoniert: „Shine On You Crazy Diamond“ von Pink Floyd. 

Wenn im Original die Fender Stratocaster von David Gilmour in den Synthesizer-Teppich von Richard Wright einsetzt, erklingen an diesem Abend in der Soester Stadthalle nur akustische Instrumente. „Barefoot To The Moon“ heißt das Projekt des Gitarristen Oliver Hartmann, der seit Jahren mit seiner Band „Echoes“ als Pink Floyd Tribute Band unterwegs ist. 

Zur Gruppe gehören Martin Hofmann an Bass und Gesang, Steffen Maier an den Drums, Paul Kunkel an den Keyboards, Michael Unger an den Saxofonen und Sängerin Ilka Müller. Verstärkt werden sie von Streicherinnen aus Prag.

Der Original-Klangkosmos von Pink Floyd besteht aus opulenten, elektronischen, sphärischen Klanglandschaften. Mit „Barefoot To The Moon“ wagt die Band ein spannendes Experiment – ohne Verstärker, Netz und doppelten Boden. Echoes reduzieren die komplexen Songs auf die wesentlichen Strukturen mit sparsamer Instrumentierung. „Wish You Were Here“ und „Have Cigar“ verlieren nichts von dem rauen Charme des Originals.

Echoes - Barefoot to the Moon: Konzert in der Stadthalle

Ihren großen Auftritt an diesem Abend hat Ilka Müller mit „The Great Gig In The Sky“ bei dem sie mit ihrer Stimme genauso intensiv improvisiert, wie einst Sängerin Clare Tory auf dem Original von „The Dark Side Of The Moon“.

„An einige Lieder haben wir uns am Anfang gar nicht herangetraut“, verrät OIiver Hartmann vor den ersten Klängen des Songs „Echoes“, der im Original mit den durchdringen Klängen eines Echolots beginnt. Neu arrangiert erhält der Titel vom Album „Meddle“ ein völlig neues Gewand: Akustik statt Elektronik, Streicher- statt Keyboard-Teppiche, Reduktion statt Bombast. 

Der zweite Teil des Konzerts steht im Zeichen von „The Wall“, eines der erfolgreichsten Alben der Musikgeschichte. „Another Brick In The Wall“, die Hymne der rebellierenden Teenager der 80er-Jahre singt der Saal im Chor. Bei „Comfortably Numb“ dominieren die Sologitarre und die Streicher wie im Originalarrangement. 

Das Konzert in Soest ist das letzte der „Barefoot To The Moon“-Konzertreise. Alle Musiker sind immer noch bestens aufgelegt und sprühen vor Spielfreude, allen voran Oliver Hartmann an der Gitarre und Michael Unger am Saxofon. Zur ersten Zugabe „Money“ lassen die Damen vom Prager Streichquartett allerlei Münzen in Blechdosen klimpern, bevor Gitarre und Bass den Ton angeben. Zum finalen „Run Like Hell“ spendet das Publikum Ovationen im Stehen. In ihrem großartigen Konzert haben „Echoes“ die Essenz der Songs von Pink Floyd freigelegt – mit großem Respekt vor dem Original.

Michael Joswig

 

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