Von Afrika bis zum Großen Teich: Nilgänse brüten mitten in Soest

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Die Nilgänse sind die „Neuen“ am Großen Teich.

Soest – Noch ein Beleg für steigende Temperaturen? Auf dem Großen Teich haben sich Nilgänse niedergelassen und bereits erfolgreich gebrütet. Dabei stammen die Vögel – wie der Name schon nahelegt – ursprünglich aus Afrika.

„Allerdings aus der klimatisch eher grauen Ecke des Kontinents“, fügt der Biologe Dr. Henning Vierhaus von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz sofort hinzu. Die Tiere halten es auch gut in Mitteleuropa an nahrungsreichen Seen aus.

Die Nilgänse haben sich nach Auskunft des Vogelkundlers nicht von sich aus immer weiter gen Norden verbreitet. Vielmehr war es der Mensch – und hier vorzugsweise der Holländer – der aus Freude am Geflügel Vögel aus vieler Herren Länder holte und züchtete. Von den Niederlanden ist es dann nur noch ein Katzensprung bis nach Westfalen.

Anzeiger-Leser Frank Köhler, der die neuen Teichbewohner gesehen und ausgiebig beobachtet hat, berichtet: „Auf den ersten Blick niedliche Küken.“ Doch die neue Brut sei höchst aggressiv und greife „gezielt Stockenten und deren Küken an“. Köhler habe seit April sechs Entenbruten gezählt mit 48 Küken: „Keines hat länger als vier Tage überlebt.“

Diese Einschätzung der die Konkurrenz vertilgenden Nilgänse teilt Biologe Vierhaus nicht. Die Neuen gelten zwar als dominant und benehmen sich gerade in Schutzgebieten sehr kiebig. Doch von einer solch blutigen Attacke wie behauptet könne keine Rede sein. „Die Vögel kommen untereinander schon klar.“

Der Große Teich ist übrigens nicht der erste Landeplatz, den die Gänse im Kreis angeflogen haben. Bereits an der Lippe im Raum Lippstadt sowie im Kurpark in Bad Sassendorf sind die Afro-Flieger schon gesichtet worden. Dass sie nun mitten in Soest gelandet sind, sei zwar nicht völlig überraschend, aber doch bemerkenswert. Denn am Großen Teich finden sich weder Schilfufer noch sonstige typische Aufenthaltsgebiete für die Vögel.

Der Biologe hat sehr zu seinem Staunen die neuen Bewohner das erste Mal „auf der schönen, neuen Treppe“ am Teichufer ausgemacht.

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