Viel Applaus für Pro Musica beim Adventskonzert

Soest – Beim Adventskonzert  hat am Wochenende der Meisterchor Pro Musica in der Soester Hohnekirche das Publikum begeistert. "

Advent hin, Advent her, für Weihnachtslieder ist es Pfarrer Christian Casdorff noch zu früh: „Erst ab dem 24 Dezember. Punkt, aus.“ Daher habe er sich „tierisch aufgeregt, ich bin im Prinzip nett, aber es gibt Dinge, die lassen den Jähzorn in mir hochkochen“, so der Geistliche voller Selbstironie, als er auf dem Ablaufzettel für seine Moderation des Adventskonzerts des Meisterchors Pro Musica in der Hohnekirche gelesen habe: „Weihnachtslieder mit Publikum“.

Doch, zur Ehrenrettung, was nun folge, werde dem Programmtitel gerecht: „Kann Spuren von Weihnachten enthalten.“ Denn Christian Koops, der als neuer Chorleiter am Samstag seinen glänzenden Einstand gab, ließ das Publikum drei Stücke nicht nacheinander singen, sondern zeitgleich: „Mal sehen, was für eine Kakophonie dabei heraus kommt.“ Das Experiment ging auf: Die Refrains von „Alle Jahre wieder“, „Oh du Fröhliche“ und „Kling Glöckchen“ zugleich und in der selben Tonart gesungen, ergeben einen dreistimmigen Gesang. Zur Belohnung wurden Plätzchen ans Publikum verteilt. 

Letztlich gibt es genügend andere Stücke, die in die Zeit passen, ohne dass darin nur mit einem Wort von Weihnachtsmännern, Tannenbäumen oder Rentieren die Rede ist. 

Nachdem sich diese Ansage bereits vor drei Jahren bewährt hatte, hielt Pro Musica auch bei der Neuauflage am Samstagabend daran fest – und sang abermals komplett auswendig.

 Ihren „Hit“ vom ersten Mal hatten sie wieder im Gepäck, „Music was my first Love“, jenen in John Miles’ Original im Wechsel vom vollen Klang eines Orchesters und einer Rockband dominierten Klassiker von 1976, den man a capella erst einmal angemessen umsetzen muss, was dem Chor mühelos gelang und wofür er den donnerndsten Applaus des Abends einheimste. 

Ungewöhnlich in diesem Kontext war an diesem Abend sicherlich auch der Jazz-Evergreen „Autumn Leaves“, eine Ballade der dänischen Popsängerin Tina Dico oder „Te Quiero“, die Vertonung eines sozialkritischen uruguayischen Gedichts. 

Auf etwas ausgetreteneren Pfaden wandelte Pro Musica dagegen mit Leonard Cohens „Halleluja“. Freunde klassischer Musik kamen bei Bruckners Motette „Locus Iste“ auf ihre Kosten. „Durch alle Sinne“ gehe das Programm, so lobte es Pfarrer Christian Casdorff.

 Fünf Sinne, die Chormitglied und Künstler Kord Winter in dem Holzschnitt, das dem Veranstaltungsplakat als Motiv diente, wie einen Adventskranz angeordnete habe. Casdorff: „Davon will ich ein signiertes Exemplar.“ Und das bekam er natürlich auch. Das half ihm sicherlich gnädig über die erste Zugabe hinwegzusehen – „White Christmas“.

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