Bäume werden gerodet

An Soester Adamskaserne herrscht Aufbruchstimmung

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Auf dem Gelände der Adamkaserne wird gerodet.

Soest -  „Alle Bäume auf dem Gelände werden abgeholzt!“, ruft eine Nachbarin der Adamkaserne.  Sie fürchtet Baumfrevel.  Dr. Monika Dobberstein, Geschäftsführerin der Soester Wirtschaftsförderung beruhigt sie. Auf dem Gelände sei Wildwuchs gerodet worden. Es tut sich was auf dem Kasernen-Areal.

Die Feuerwehr hatte Alarm geschlagen. Im Brandfall wären die Löschfahrzeuge nicht bis zu den gefährdeten Gebäuden durchgekommen. Das Gestrüpp war zu dicht. 

Die Natur hatte sich auf dem Gelände der Adamkaserne über mehr als 25 Jahre ungehindert ausbreiten können. 1992 hatten die Belgier das Gelände verlassen, niemand kümmerte mehr um Flora und Fauna. Ein Gutachter stellte jetzt fest, welche Bäume krank und welche erhaltenswert waren. 

Zu letzteren gehören alle Plantanen rund um den Exerzierplatz. Dagegen mussten zwei Bäume gefällt werden, die auf die Straße zu stürzen drohten. Auch ein Artenschutz-Gutachten sei erstellt worden, sagt Dobberstein. Bäume dürfen nur zwischen November und März gefällt werden. „Wenn wir das jetzt nicht machen, müssen wir ein Jahr warten“, erläutert die Wirtschaftsförderin. 

Aber Ende 2017 hofft die Stadt, längst einen Bebauungsplan aufgestellt und die obligatorische Bürgerbeteiligung abgeschlossen zu haben. Anfang des Jahres 2018 könnte das Areal erschlossen werden. Bekanntlich sollen dort, wo in der Vergangenheit gefangene französische Offiziere, schlesische Flüchtlinge und belgische Streitkräfte untergebracht waren, jetzt Wohnungen entstehen. Die Blöcke I bis III sind denkmalgeschützt und dürfen nicht abgerissen werden. Dagegen stehen die Block IV bis VII zur Disposition. „Wenn sie stehen bleiben, unterliegen sie den Auflagen des Denkmalschutzes“, sagt Dobberstein.

Die Künstler aus Block IV wollten nicht „bis auf den letzten Drücker“ warten, sondern hätten beschlossen, in Block II oder III umzuziehen. Mit ihnen sei die Stadt gerade im Gespräch. Für alle anderen Gebäude sieht die Wirtschaftsförderin keine Chance: Sie sind kaputt, es ist nichts mehr drin. Und die verrotteten Bauwerke locken Gesindel an. Also werden sie abgerissen. 

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