Abbiegen an Soester Autobahnauffahrt bleibt gefährlich: Ampeln werden erst später aufgestellt

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Gefährliches Abbiegen durch Einfädelspur. Der Abbau dieser Spuren an der A44 verzögert sich bis ins kommende Jahr.

Soest - Der Bau von zwei Ampeln an der unfallträchtigen Autobahn-Anschlussstelle Soest verzögert sich. Sollten ursprünglich bis Jahresende die umstrittenen Einfädel-Spuren für Linksabbieger abgebaut werden und die beiden Knotenpunkte mit Ampeln gesichert werden, wird es jetzt nichts vor dem nächsten Jahr.

„Wir planen das gerade und müssen das noch mit anderen Behörden abstimmen“, sagt Oscar Santos von Straßen NRW auf Anfrage. Das Autobahnamt in Hamm sei zuständig, ein Planungsbüro beauftragt, die Umbauarbeiten auf den Punkt zu bringen und zu koordinieren. 

30 zum Teil schwere Unfälle hatten sich in nur drei Jahren hier zugetragen. Im Verdacht stand von Anfang an, Autofahrer könnten mit den ungewöhnlichen Linksabbieger-Spuren überfordert sein. Wer sie korrekt benutzt, kann von der Autobahn kommend nach links abbiegen, ohne auf den vorfahrtsberechtigten Verkehr von rechts achten zu müssen. 

Im Mai vergangenen Jahres war hier ein 44-jähriger Motorradfahrer aus Soest ums Leben gekommen. Ein Autofahrer aus Oberhausen hatte ihm die Vorfahrt genommen. 

Nach dem tödlichen Unfall besannen sich die Verantwortlichen, sich die Anschlussstelle vorzunehmen. Statt großer Kreisverkehre entschieden sie sich für Ampel-Lösungen und das „Kassieren“ der Einfädelspuren. Bis Ende diesen Jahres sollte eigentlich alles erledigt sein. 

Auf der To-do-Liste von Straßen NRW steht noch ein weiterer Punkt für die Abfahrt Soest: Ein großer Pendler-Parkplatz. Doch auch hier gibt es noch kein Ergebnis, sagt Santos. Die Behörde habe seit zwei Jahren ein großes Grundstück auf der Ostseite der Arnsberger Straße im Blick und verhandele seither mit dem Eigentümer über Details: Wer trägt die Kosten für den Abriss der alten Hallen, die hier noch stehen, und was soll am Ende für die Fläche gezahlt werden?

„Es schien schon alles unter Dach und Fach gewesen zu sein“, sagt Santos. Letztlich seien die Verhandlungen doch noch gescheitert; inzwischen ist der Eigentümer des Grundstücks gestorben. Mit den Erben soll nun ein neuer Anlauf genommen werden. 

Weil unklar ist, ob der erfolgreich endet, habe man die Stadt Soest um Hilfe gebeten, parallel nach weiteren Grundstücken auf der Westseite der B229 Ausschau zu halten. Schließlich soll nicht weitere Zeit vergeudet werden. Denn die Autoschlangen der Pendler, die an den Rändern der Arnsberger Straße ihre Wagen parken, um ins Auto von Kollegen umzusteigen, werden immer länger.

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