Ohne Instrumente, aber in Farbe

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Basta „in Farbe“ versetzte das Stadthallen-Publikum in Begeisterung (von links): René Overbeck, Hannes Hermann, Werner Adelmann, William Wahl und Arndt Schmöle. 

Soest - Das A-cappella-Quintett Basta gastierte am Samstag (3. November) in der Soester Stadthalle und stimmte ohne Instrumente, aber in Farbe auf die Allerheiligenkirmes ein

 Die fünf von „Basta“ kennen „jedes kleine Backstage-Klo von Regensburg bis Itzehoe“. Ob sie das in Soest, wo sie schon früher aufgetreten sind, wiedererkannt haben, ist nicht überliefert. Dass die Stimmakrobaten aber beim Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, das war am Samstagabend offensichtlich: Die Stadthalle war voll. 

Das A-cappella-Quintett kolorierte den Soester Konzertsaal mit einer Handvoll Kultsongs, aber vor allem mit den Lieder seines neuen Programms „In Farbe“, von dem es auch eine CD gibt. Klar, die könnte man sich zu Hause anhören, statt eigens zur Live-Aufführung zu gehen. Aber bei Basta macht’s der Gesamteindruck. 

Zuhause würde man nämlich nicht erleben, wie fit die fünf Herren sind. Sie legen eine komplizierte, temporeiche Choreografie hin und joggen über die Bühne, wie bei „Personal Trainer“. Doch scheinen sie kein bisschen aus der Puste zu sein, wenn sie anschließend wieder in die Mikrofone singen. 

Und das machen sie schon seit 20 Jahren, denn so alt wird die Band jetzt. Basta gehören zu denjenigen, die den A-cappella-Boom der frühen 2000er-Jahre am erfolgreichsten überlebt hat. 

Zuhause würde man auch nicht sehen, was die Herren tragen. Beim jüngsten Re-launch hätten sie neue Klamotten bekommen, berichtete William Wahl – und zwar typgerechte: Werner Adelmann verkörpere die Jugend, Hannes Herrmann den Sport, Arndt Schmöle das Distinguierte, René Overmann die Natur – und er selber trage seine Schlafanzughose. Nach der Pause gaben sie die Herren seriöser, sie hatten sich in dunkele Anzüge geworfen. 

Zuhause ginge vielleicht auch die Finessen wie bei „Ich bin immer zu spät“ und manch bissig-böse Wortspielerei wie bei „Reggaeton im Altersheim“ verloren, zu dem es auch eine Single gibt. In der Stadthalle achtete man besonders darauf. 

Und das letzte Argument gegen einsames CD-Hören zuhause: Man könnte dort nicht in den Gesamtchor einstimmen, zu dem Basta, allen vorweg René Overmann, die Besucher animierte. Die ganze Halle brüllte „Wild Thing“ – und das genau an der richtigen Stelle. 

Das Programm „In Farbe“ hätten sie noch gar nicht oft gespielt, behaupteten die fünf. Dafür klappte es perfekt. Sie sind eben Profis, singen und tanzen fast tadellos und vermitteln dabei den Eindruck, dass sie spontan losgelegt hätten. Dafür gab’s zum Schluss Ovationen im Stehen. J boro

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