Fläche im Soester Norden

260 Wohneinheiten sollen entstehen: Strabag-Pläne werden konkreter

Auf dem ehemaligen Strabag-Gelände sind 260 Wohneinheiten geplant.
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Auf dem ehemaligen Strabag-Gelände sind 260 Wohneinheiten geplant.

Eine rund acht Hektar große Fläche in bester Lage, direkt am Bahnhof und in Nähe zur historischen Altstadt. In einem Punkt sind sich alle einig: Die Industriebrache Strabag im Soester Norden bietet ein riesiges Potenzial.

Soest – Um dieses Potenzial bestmöglich auszuschöpfen, ist ein Landeswettbewerb zur Entwicklung des Areals durchgeführt worden, aus dem schließlich die Architektur- und Städtebau-Büros Sackmann Payer aus Berlin und Querfeld Eins aus Dresden als Sieger hervorgingen.

Deren Vertreter stellten den aktuellen Planungsstand am Dienstag den Politikern im Stadtentwicklungsausschuss vor – zugeschaltet per Videokonferenz. Das ursprüngliche Konzept sah so aus: Es sollte ein urbanes Quartier geschaffen werden, das sich in zwei Stadtfelder aufteilt, die wiederum von einem „grünen Korridor“ getrennt werden. Dieser soll gleichzeitig eine Verbindung zum Bahnhof und damit zum Zentrum der Stadt herstellen.

Doch jetzt gab es einige Änderungen in dem Entwurf. Das Gebiet, in dem etwa 260 Wohneinheiten entstehen sollen, wird nunmehr in drei Quartiere geteilt.

Zudem wird die Geschossigkeit der Gebäude reduziert – im nördlichen Bereich sind zwei Voll- und ein Staffelgeschoss angedacht, südlich soll dreigeschossig mit Staffelgeschoss gebaut werden. Darüber hinaus gibt es südlich einer zentralen Grünfläche zwei gewerbliche Bereiche. Auf dem derzeitigen Sportplatz ist vis-a-vis vom „Digitalen Lern- und Arbeitszentrum Soest“ (Dilas) und beginnend auf dem Grundstück der heutigen Kampfsportschule ein Technologiecluster geplant.

Es ist eine „deutlich kleinteiligere Bebauung“ im Gegensatz zum Siegerentwurf vorgesehen. Angepasst wurde auch die Lage der Reihenhäuser, die nun nicht mehr mittig innerhalb der Quartiere, sondern im östlichen Randbereich geplant sind.

Winfried Hagenkötter (Linke) gefallen die Abweichungen vom ersten Plan nicht wirklich: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finde, was hier vorgestellt wurde“, sagte er vor allem mit Bezug auf die reduzierte Anzahl der Geschosse.

Die Grünen hatten unabhängig von der Vorstellung des Entwurfs beantragt, dass die Verwaltung prüfen soll, ob in dem neuen Stadtteil auf dem Strabag-Gelände eine Wohnform für demenzkranke Menschen möglich sein kann.

In diesem Antrag heißt es unter anderem: „Im Kreis Soest gibt es in den bestehenden Wohneinrichtungen für Senioren noch kein spezielles Angebot für an Demenz erkrankte Menschen, wie es beispielhaft bereits seit 2014 in Deutschland in einer Vielzahl von Demenzdörfern ermöglicht wird.“ Dem Entwurf für die Industriebrache im Soester Norden komme das Demenzdorf de Hogeweyk in Weesp bei Amsterdam sehr entgegen. Die Grünen-Fraktion sieht gleich zwei Standorte als geeignet an, die verkehrsarme Umgebung biete zusätzliche Sicherheit.

Der Technische Beigeordnete der Stadt, Matthias Abel, äußerte Bedenken: „Dieses Konzept widerspricht dem eigentlichen Gedanken des neuen Wohngebiets. Wir haben hier eine kleine Stadt innerhalb der Stadt. Da jetzt noch ein Dorf zu integrieren, halte ich für schwierig.“

Auch die CDU zeigte sich skeptisch. Manuela Mewes sprach sich zwar grundsätzlich für die Idee des Demenzdorfes aus, könne sich ein solches Projekt aber eher im „Süd-Carée“ (Ecke Arnsberger Straße / Lübecker Ring) vorstellen. Ähnlich sieht das Mirko Fischer (AfD): „Die Idee ist gut, aber an der Stelle falsch aufgehoben. Mir wäre das innerhalb der Wälle lieber.“

Der Prüfantrag wurde schließlich bei vier Zustimmungen und einer Enthaltung mehrheitlich abgelehnt. Ziel ist es nun, nach den ersten Beratungen das Bauleitplanverfahren am 1. September zu beginnen.

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