10.000 Euro für Archemed

Udo Lindenberg unterstützt Möhneseer Hilfsorganisation in Eritrea

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„Die Menschen in Eritrea haben unsere Hilfe verdient“, sagt Archemed-Gründer und Vereinsvorsitzender Peter Schwidtal und schickt dieses Bild glücklich spielender Kinder.

Möhnesee - Am Anfang war der Eierlikör – und dann waren da noch Udo Lindenberg und seine „Zehn Gebote“. Und ein Bassist, aber der ist erst später dran: Udos Likörelle gab es beim Katholikentag in Münster zu ersteigern, und zehntausend Euro aus dem Erlös hat der Verein „Archemed, Ärzte für Kinder in Not“ bekommen.

„Das hat Steffi Stephan für uns eingestielt, Udos Bassist“, freute sich jetzt der Körbecker Peter Schwidtal, Gründer, Vereinsvorsitzender und unermüdlicher Motor von „Archemed“. Zweimal innerhalb weniger Wochen war Schwidtal jetzt in Eritrea: Im November zum Routinebesuch, um selber zu schauen, wie die Dinge vorangehen bei der Mutter-Kind-Klinik in Keren und weiteren Projekten. Um Details zu klären, Verhandlungen zu führen.

Steffi Stephan hat ihn begleitet und mit angepackt. „Eine tolle Type“, sagt Schwidtal voller Hochachtung. Anfang Dezember war der Körbecker wieder in Eritrea, diesmal mit Bundestagsabgeordneten aus dem Innenausschuss. 20 Seiten lang ist Schwidtals Bericht, den er an den Anzeiger schickte.

Positive Signale aus dem Außenministerium

Warum jetzt „Innen“ und nicht „Außen“, das war ihm dabei völlig egal: Hauptsache, es tue sich was für die Menschen, das sei oberstes Ziel für das Land, das auf dem diplomatischen Parkett viele meiden. Sein Eindruck nach der mehrtägigen Rundreise: Die Abgeordneten von CDU, SPD und Grünen haben einmal hautnah erlebt, wie es aussieht draußen auf dem Land, wie wirklich dringend die Menschen Hilfe brauchen – und dass es vertrauensvolle Kontakte gibt zwischen Aktionen wie „Archemed“ und Offiziellen.

Peter Schwidtal zum Anzeiger: „Ich bin ganz zuversichtlich, dass sich jetzt etwas tut.“ Entwicklungshilfeminister Müller habe inzwischen einen ganz lieben Brief geschrieben, der hoffen lasse – er sei ja auch schon mit Schwidtal und Archemed-Teams in Eritrea gewesen. Staatsministerin Michelle Müntefering habe sich inzwischen mit Heiko Maas besprochen – es gebe jetzt auch erste positive Signale aus dem Außenministerium. Schwidtal: „Das ist alles noch vorsichtig, aber es verändert sich etwas.“

Sichtweisen ändern

Eritrea ist bekanntermaßen bettelarm, die Regierung schlecht angesehen: Menschenrechte und Pressefreiheit werden international eingefordert, das offizielle Berlin mache bislang einen großen Bogen um das Land. Peter Schwidtal wird hier ganz deutlich: Statt steckenzubleiben im Diskurs über Menschenrechte könnten Besuche wie die der Abgeordneten aktuell helfen, Sichtweisen zu ändern: Archemed helfe medizinisch, Aktionen wie „Technik ohne Grenzen“ helfen beim Staudammbau, Archemed helfe auch Schulen zu bauen, Leben in Eritrea insgesamt zu verbessern.

Archemed kämpfe gegen Beschneidung. Alles das helfe, Fluchtursachen vor Ort zu beseitigen. Deshalb mache es Sinn, auch offiziell miteinander zu reden. Die Menschen im Land seien es einfach wert. Schwidtal weiter: „Diesen Bericht schreibe ich am 3. Advent. Die Weihnachtszeit ist an sich nicht die Zeit für Einkaufsstress oder Glühweinstände. Weihnachten bedeutet Zeit der Gemeinschaft. Mit der Geburt Christi kommt Licht in die Welt. Lasst uns gemeinsam Licht sein für die Kinder und Mütter, für die Menschen Eritreas!“

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