Warnung vor Betrüger-Mails

Zukunft der Sparkassen-Filiale in Möhnesee-Günne ist ungewiss

Die Beleuchtung für die Multi-Anzeige Uhrzeit, Datum und Temperatur sei jetzt schon seit Wochen kaputt bei der Sparkasse. „Ist da zu? Geht jetzt das Licht aus?“, fragen sich manche Günner.
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Die Beleuchtung für die Multi-Anzeige Uhrzeit, Datum und Temperatur sei jetzt schon seit Wochen kaputt bei der Sparkasse. „Ist da zu? Geht jetzt das Licht aus?“, fragen sich manche Günner.

Bleibt die Filiale in Günne oder wird sie dicht gemacht? Die Sparkasse äußert sich jetzt zu Spekulationen im Dorf.

„Dafür gibt es keine konkreten Planungen“, sagt Thomas Schnabel als Sprecher der Sparkasse Soest-Werl und tritt damit Befürchtungen entgegen, die Leser an die Redaktion herantragen hatten: Seit zwei Monaten sei die Filiale dicht, man habe Sorge, dass nach Corona nicht wieder aufgeschlossen werde – und für Ältere sei es nicht ganz nett, denen den persönlichen Kontakt zum Kundenberater zu streichen. Würde die Bank-Filiale schließen, dann hätte man nur noch den Bäcker im Dorf für tägliche Besorgungen.

Thomas Schnabel verweist auf Mitteilungen aus dem Herbst: Wegen der Ansteckungsgefahr in der kleinen Filiale in Günne habe man die Kundenberaterin Sabrina Neumann vorläufig nach Körbecke in die Geschäftsstelle an der Brückenstraße versetzt, die Günner seien eingeladen, persönliche Beratungsgespräche dort zu führen. Die Filiale in Günne sei für den Automatenbetrieb weiter geöffnet.

Wie es nach Corona aussehe, dazu könne er wenig sagen: „Wir wissen alle nicht, wann das sein wird. Ich kann nur sagen: Wir werden die Situation laufend neu bewerten und schauen, wo in den Filialen nur noch Selbstbedienung angeboten wird, wo Beratungspersonal sein wird.“ Er selber gehe davon aus, dass man „nach Corona“ nicht einfach einen Schalter umlegen könne und dann alles wie vorher sein werde. Schnabel: „Während der Pandemie zeigt sich ein verändertes Kundenverhalten, viele machen ihre Bankgeschäfte jetzt übers Internet.“

Eine komplette Schließung wäre, davon ab, nicht „mal eben“ beschlossen, denn da müsste auf Vorschlag des Vorstandes der komplette Verwaltungsrat der Sparkasse Soest-Werl zustimmen, so regelt es das Sparkassen-Gesetz. Eine Filiale in eine reine Automaten-Geschäftsstelle umzuwidmen, das kann der Vorstand in Eigenregie bestimmen.

Wir werden die Situation laufend neu bewerten und schauen, wo in den Filialen nur noch Selbstbedienung angeboten wird, wo Beratungspersonal sein wird.

Thomas Schnabel

Thomas Schnabel weist auch darauf hin, dass laufend Betrüger über das Internet versuchen, an Zugangsdaten auch von Sparkassen-Kunden heranzukommen. Ein Senior aus Körbecke berichtete gegenüber unserer Redaktion jetzt von einer dreisten Masche: Er sei schon zum zweiten Mal per offiziell aussehender E-Mail angeschrieben worden, doch bitte wegen Corona und der Ansteckungsgefahren lieber Online-Banking zu machen, sich für ein Programm mit der hochtrabenden Abkürzung CISC zu registrieren, das wiederum soll stehen für ein angebliches „Covid Intelligence Spa Connect“. Am Ende der Mail steht der Satz: „Die Innovation im Bereich des Zahlungsverkehrs macht es erforderlich, mit Ihnen vereinbarte Bedingungen anzupassen.“ Diese Umstellung sei eine Pflichtumstellung und man möge doch bitte sofort auf den Link unten in der Mail klicken.

Sparkasse dankbar für Hinweise auf Abzocke

Vorsicht, Falle! Was offiziell und kundenfreundlich aussieht, ist eine ganz miese Abzocke, das weiß Thomas Schnabel aus vielen Meldungen. Er unterstreicht: „Wir fordern unsere Kunden grundsätzlich nicht per E-Mail auf, sich schnell über einen Link zu registrieren und damit persönliche Zugangs-Daten preiszugeben.“ Sein Rat: „Rufen Sie den Kundenberater an – lieber einmal zuviel als zuwenig.“ Wer wie in Günne den Kundenberater vermisst, kann in der nächsten Stadt anrufen oder die Hotline der Sparkasse, die Rufnummern gibt es im Internet.

Täuschungs-Mails können auch an warnung@sparkasse.de gesandt werden. Dort sei man dankbar für Hinweise und versuche, die Hintermänner zu ermitteln. Schnabel: „Solche Wellen von Täuschungsversuchen gibt es immer wieder, man sollte sich scheinbar offizielle Mails immer genau durchlesen, schauen, wer als Absender genannt ist, ob das Ganze überhaupt glaubhaft erscheint.“

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