Bürgerinitiative meldet sich zu Wort

Möhnesee: Kritik an Ordnungsamt und Polizei nach Besucheransturm

Den Verkehr und das schöne Wetter – beides hätte man aus Sicht von Andreas Rohe am Wochenende kommen sehen können.
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Den Verkehr und das schöne Wetter – beides hätte man aus Sicht von Andreas Rohe am Wochenende kommen sehen können.

Andreas Rohe, Ratsmitglied für die Bürgergemeinschaft (BG) und einer der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) gegen Raser und Verkehrslärm, kritisiert, dass Polizei und Gemeinde sich am vergangenen Wochenende zu wenig gezeigt hätten, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Möhnesee – „Schon früh im Jahr – und eigentlich weit vor der gefürchteten Saison – sieht man die Fahrzeuge rund um den See in langen Schlangen an Kreuzungen und Abbiegungen stehen“, schreibt Andreas Rohe in einer Stellungnahme zum Wochenende. Seine Feststellung: „Im Notfall ist an ein Durchkommen für Krankenwagen, Feuerwehr oder Polizei an Nadelöhren, wie dem Stockumer Damm, bei solchen Staus nicht zu denken!“

Glücklicherweise sei die Nagelprobe dafür noch nicht nötig gewesen, noch nicht. Allerdings komme dem aufmerksamen Bürger eine nicht ganz unbekannte Frage in den Sinn: „Warum zeigen Kreis, Polizei und Gemeinde keine Präsenz? Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Ihm sei völlig klar, dass es auch Stimmen gebe, die wieder polemisierten, ganz nach dem Motto „Ach, die Anwohner – die sind doch selber Schuld, wenn sie hier wohnen!“ So einfach könne man sich der nötigen Diskussion aber nicht verschließen, findet Rohe: „Natürlich muss es einem klar sein, dass sich in einem Naherholungsgebiet auch mal ganz viele Gäste aufhalten. Aber das bringt doch auch die Aufgabe mit sich, dass die offiziellen Stellen die gebotene Ordnung aufrecht erhalten und für den Fall der Fälle den notwendigen Schutz sicherstellen.“

Nicht das Mehr an Besuchern, nicht das Mehr an Fahrzeugen sei das Problem, sondern die Rücksichtslosigkeit von einigen Verkehrsteilnehmern – und die müssten eben rausgefischt, kontrolliert und zur Kasse gebeten werden, dafür müssten dann auch Kontrollen stattfinden und Ordnungskräfte zu sehen sein. Andreas Rohe: „Es kann nicht sein, dass der ambitionierte Kraftfahrer, sobald er die passende Lücke im Verkehr ergattert hat, zeigt, was alles in ihm und seinem motorisierten Unterbau steckt – und dies weit jenseits der Zulässigkeit!“

Rohe glaubt, den Verkehr und das schöne Wetter am Wochenende – man hätte es kommen sehen können. Er hätte es als „pfiffig und weitsichtig“ eingestuft, wenn alle zuständigen Behörden Präsenz gezeigt hätten für mehr Rücksicht und Sicherheit im Verkehr. Am Nadelöhr in Stockum und rund um den See. Wie berichtet, gab es ja auch in Delecke lange Schlangen und Staus.

Mit zwei Fahrrad-Demos rund um den See, mit viel Öffentlichkeitsarbeit und Druck auch in den sozialen Medien hat die Bürgerinitiative im vergangenen Jahr Politik und Verwaltung das Versprechen abgenommen, einen Runden Tisch zur Verkehrsproblematik einzurichten. Die Forderungen: Ein Ende mit dem Rasen und dem Krach, mehr Sicherheit durch Genehmigung eines Kreisverkehrs am Stockumer Damm, Querungshilfen dort, wo Leute gerne die Fahrbahn überqueren, um vom Auto ans Wasser zu kommen. Das erste Treffen des Runden Tisches war für kurz nach dem Bürgermeisterwechsel im November angepeilt – Corona hat die Terminplanungen allerdings auch hier über den Haufen geworfen. Jetzt soll die Sitzung des Runden Tisches zur Verkehrsproblematik am 8. März als Video-Konferenz stattfinden. Das teilte Bürgermeisterin Maria Moritz am Sonntagabend auf Anzeiger-Nachfrage mit.

Erste Schritte gegen Rasen und für mehr Sicherheit gibt es allerdings schon. Noch unter Bürgermeister Hans Dicke wurde im vergangenen Jahr fast überall rund um den See Tempo 50 eingerichtet, das hatte die Verwaltung gemeinsam mit dem Kreis auf den Weg gebracht.

Versprechen

Mit seiner Wortmeldung nach dem frühlingshaften Wochenende möchte Andreas Rohe das Verkehrs- und Sicherheits-Thema wieder nach oben auf die Tagesordnung rücken und nicht zuletzt daran erinnern, dass konsequente Kontrollen versprochen waren, die der Sicherheit von Anwohnern und Besuchern gleichermaßen dienen sollen.

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