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Fachleute sollen Verkehrsprobleme lösen

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Von: Astrid Gunnemann

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Zu viel Verkehr am Möhnesee: Jetzt soll ein Planungsbüro mit ins Boot.
Zu viel Verkehr am Möhnesee: Jetzt soll ein Planungsbüro mit ins Boot. © Peter Dahm

Wie soll es weitergehen in der Frage um die Verkehrsbelästigung rund um den Möhnesee vor allem an schönen Tagen im Frühling und Sommer und an den Wochenenden? Damit beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Klimaschutz.

Möhnesee - Der Frühling ist da, das Wetter wird besser und das bedeutet für die Bürger der Gemeinde Möhnesee, sich erneut mit erhöhtem Verkehrsaufkommen auseinandersetzen zu müssen. Schon im Vorfeld hatte die BG Anträge gestellt, um vor allem die Spazierfahrten rund um den Möhnesee zu unterbinden. Deshalb ergriff Christian Wolf, Fraktionschef der BG im Rat, als erster das Wort. „Die Infrastruktur am Möhnesee darf nicht weiter durch zu viel Verkehr überlastet werden, gleichzeitig wollen wir die touristische Infrastruktur stärken“, so Wolf. Auch mit Blick auf die Anwohner forderte er: „Wir brauchen verkehrslenkende Maßnahmen.“ Gedacht wird da an eine Einbahnstraßenregelung. Einig waren sich alle Ausschussmitglieder, dass etwas getan werden muss und man das Problem nicht auf die lange Bank schieben soll – nur wie und was? Konzepte sollen auch mit dem Runden Tisch erarbeitet werden, zu dem auch die beiden Bürgerinitiativen sowie die Fachhochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung zählt. Doch darauf zu warten, dass die Professoren und Studenten Konkretes vorlegen, dauert den meisten Politikern zu lange.

Tim Behrendt (FDP) schlug vor, ein Planungsbüro mit der Sache zu beauftragen. „Tourismus ist unser Kerngeschäft am Möhnesee, wir brauchen Profis“, so Behrendt. Die FH allein könne das Problem nicht lösen. Hans-Jürgen Weigt (CDU) warf ein, man möge der Fachhochschule vertrauen und die ihre Arbeit machen lassen. Uwe Beißner (Grüne) erklärte, man möge sich hier nicht im Klein-Klein verlieren und sprach sich auch dafür aus, ein Planungsbüro zu beteiligen. Das alles werde ohnehin eine „lange Geschichte“ werden und die FH könne parallel dazu arbeiten.

Rundkurs um den See: Straßen könnten temporär zu Einbahnstraßen werden

Bürgermeisterin Maria Moritz stellte im Ausschuss ihr Einbahnstraßenkonzept anhand eines großen Plans vor. Der besagt, dass einige Straßen rund um den See zeitweise und kurzfristig zu Einbahnstraßen erklärt werden können – so zum Beispiel das Südufer zwischen Delecke und dem Stockumer Damm. Es könnten Klappschilder aufgestellt werden, die dann an schönen Wochenenden ab dem späten Vormittag ausgeklappt werden könnten und Straßen temporär zu Einbahnstraßen deklarieren. „Die Bürger sind durch den erhöhten Verkehr extrem belastet, eine Einbahnstraßenregelung könnte zumindest den Rundkurs um den See unterbinden“, sagte Moritz. Als Gesamtpaket könnten Park-and-Ride beziehungsweise Park-an-Bike Parkplätze den Verkehr mindern.

Bei einer Einbahnstraßenlösung könnte eine der beiden Straßenseiten dann als Fahrradstreifen genutzt werden, erklärte die Bürgermeisterin ihre Pläne. Einig war sich der Ausschuss, dass Straßensperrungen aus mehreren Gründen nicht sinnvoll und nicht machbar seien. Maria Moritz wird nun mit den Straßenbaulastträgern Kreis und Straßen NRW über die Idee der Einbahnstraßen sprechen. Außerdem beauftragte der Ausschuss die Bürgermeisterin, zu prüfen, ob und wie ein Planungsbüro eingeschaltet werden kann und ob und welche Fördergelder dazu in Anspruch genommen werden können, parallel dazu werden Verkehrskonzepte weiterhin vom Runden Tisch und der Fachhochschule erarbeitet. Das Thema wird den Wirtschafts- und Verkehrsausschuss weiter beschäftigen, zum Beispiel in seiner kommenden Sitzung am 1. Juni.

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