Wohnmobilisten: Kritik an vielen Knöllchen

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Der Wohnmobilstellplatz in Delecke ist wegen seiner schönen Lage mit Seeblick sehr beliebt. Einzelne Nutzer, die aufgrund der Kameraüberwachung ein Knöllchen bekommen haben, fühlen sich ungerecht behandelt.

Möhnesee - Kontrolle ist besser – nach diesem Motto lässt die Wirtschafts- und Tourismus GmbH Möhnesee seit Anfang Juli die Nutzer des Wohnmobilstellplatzes per Kamera überwachen. Während der Einfahrt und beim Verlassen des Geländes wird jeweils, wie der Anzeiger berichtete, das Kennzeichen der Fahrzeuge fotografiert. Seither gab es etliche Knöllchen – und manche empörte Reaktion von Betroffenen.

Einige Fahrer von Wohnmobilen haben aufgrund des Anzeigerartikels unter anderem kritisiert, dass es „Grauzonen“ gebe, in denen es eigentlich keine Knöllchen geben dürfte. Sabine Dewitte von der „WiTo“ weist dies jedoch zurück. Dass ungerechtfertigt Knöllchen ausgestellt wurden, sei nicht vorgekommen. Weil das System noch neu ist, habe man, nur aus Kulanz, etliche Knöllchen fallen gelassen. Ab Oktober werde das System jedoch „scharf“ angewendet. 

Aus Sicht von Wohnmobilisten gibt es jedoch einige Fragen und Kritikpunkte:

- Was ist, wenn eine Familie mit Wohnmobil plus Pkw anreist und beide Fahrzeuge aufs Gelände fahren? Nicht erlaubt, sagt Sabine Dewitte. Der Stellplatz sei kein Parkplatz, Autos müssten oberhalb an der Straße abgestellt werden, dort gebe es auch Plätze genug. Das gelte auch, wenn ein Zusatzfahrzeug per Anhänger mitgeführt wird. Dann müsse auch der Anhänger an der Straße abgestellt werden. 

- Was, wenn der Gast einen Roller oder ein Motorrad per Träger am Wohnmobil dabei hat? Dewitte: Erstens merke das System, ob ein Krad erst aus- und dann wieder einfährt. Nach der Einfahrt müsse das Krad aber wieder auf dem Wohnmobil verstaut werden. 

- Nächster Kritikpunkt: Viele „WoMo“-Fahrer besuchen den Platz für kurze Zeit, um zu schauen, ob ein Platz frei ist oder ob es ihnen hier gefällt. Fahren Sie dann wieder raus, droht ihnen womöglich ebenfalls ein Knöllchen. Stimmt nicht ganz, sagt Sabine Dewitte. Für eine Besichtigung des Platzes gebe es eine Kulanzzeit von zirka zehn Minuten. Wer etwas länger bleiben will, könne den Kurztarif für fünf Euro lösen. 

- 20 Euro pro Tag in der Hochsaison ist zu teuer, klagen andere Wohnmobilisten. Dafür werde zudem wenig an Infrastruktur geboten. Auch diese Kritik weist Dewitte zurück. Auf den Stellplätzen des ADAC in Körbecke seien 15 Euro pro Tag fällig, allerdings plus Kosten für Strom und Wasser. Dies sei auf dem Platz in Delecke inklusiv. Gäste aus Belgien und den Niederlanden hätten ihr zudem bestätigt, dass es in Delecke im Vergleich zu anderen Plätzen und anderen Ländern preiswert sei. Die Einnahmen aus den Stellplatzgebühren würden zudem genutzt, um weitere Stromsäulen und die Wartung der Wege zu finanzieren. 

- „Voll und ganz überflüssig“, sagte ein anderer Wohnmobilist über die Kameraüberwachung. So würden nur unnötig Probleme erzeugt. Sabine Dewitte sagt dagegen: „Die Überwachung ist gerechtfertigt, weil viele Wohnmobilisten früher erst nach Stunden ein Tagesticket gezogen haben. Dann saßen sie schon im Bikini da und hatten sich einen Kaffee gekocht.“ 

- Kritisiert wird auch, dass für die Nutzung der Entsorgungsstation ein Kurzzeitticket für fünf Euro nötig ist. Dies sei vielen Gästen nicht bekannt, weil an der Station kein Hinweisschild steht. Der Hinweis, so Dewitte, stehe auf dem Schild im Zufahrtsbereich, das müsse eigentlich jeder Gast mitbekommen. 

- Das System sei voller Fehler und unklarer Regelungen, lautet ein anderer Punkt. Dass mit der Einführung des noch neuen Systems unerwartete Fragen zu klären sind, räumt Dewitte ein. Etwa die, ob ein Auto mit Zelt auf dem Dach als Wohnmobil gelten kann (kann es nicht). Das System an sich sei aber in Ordnung. Dass ungerechtfertigte Knöllchen ausgestellt wurden, sei nicht der Fall.

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