Wer kümmert sich?

Autofahrerin ärgert sich über zuwachsenden Schleichweg

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Die Natur holt sich die Straße zurück, wie hier gut zu erkennen ist. Etwa 30 Zentimeter sind schon überwuchert.

Möhnesee – Barbara Sommer ärgert sich. Und zwar über den Zustand einer Straße, die sie oft nutzt, um ihre Familie zu besuchen. Denn die Fahrbahn ist besonders im Bereich eines Waldes knapp einen halben Meter zugewachsen. Die Frage: Wer kümmert sich?

Es geht um die Straße zwischen Kressweg und Teigelhof, parallel zur Hauptstraße von Wildebauer verlaufend. Dass der Weg inzwischen etwa 50 bis 60 Zentimeter enger ist als noch vor einigen Jahren, stört nicht nur beim Begegnungsverkehr von Autos, sondern hat auch zur Folge, dass er auf der anderen Seite zum Feld hin ausgefahren ist. „Bei Nässe steht die Straßenkante an einigen Stellen zehn Zentimeter höher“, schildert Barbara Sommer, „Sträucher wachsen bis auf die schmale Straße über die Grenzen hinaus.“ 

Sie habe sich schon mehrfach beschwert und stehe seit über zwei Jahren in Kontakt mit der Gemeindeverwaltung. Es habe viele Telefonate mit dem Bauhof, verschiedenen Mitarbeitern und auch Ratsmitgliedern gegeben. Bislang blieb die Mühe allerdings erfolglos. Das hat einen Grund: „Es handelt sich bei dieser Straße um einen Wirtschaftsweg“, erklärt Burkhard Schulte, Leiter des zuständigen Fachbereichs im Rathaus. 

Weg ursprünglich für die Landwirtschaft genutzt

Sie sei zwar nicht als solcher ausgeschildert, das sei aber auch nicht zwingend notwendig. Derartige Wege würden, so Schulte, immer wieder für Abkürzungen missbraucht – was eigentlich nicht rechtens ist. Ursprünglich sei die Straße als Weg für die Landwirtschaft genutzt worden – mittlerweile habe sie jedoch „keine große Bedeutung mehr“. Dem Unterhaltungskonzept des Gemeinde-Bauausschusses entsprechend sollen nur noch die Wege gepflegt werden, die verstärkt von Radfahrern oder Fußgängern genutzt werden oder eine „besondere Erschließungsfunktion“ haben. Dazu gehöre die betroffene Straße am Kressweg nicht. 

Neue Lösung in Sicht

„Deshalb müssen wir der Verkehrssicherung hier eigentlich gar nicht nachkommen“, sagt Schulte auf Anzeiger-Anfrage. Man habe die Straße dennoch nicht vergessen: „Wir tun nicht so, als ob der Weg nicht da ist.“ Da er aber keine der genannten Voraussetzungen erfüllt, sehe die Gemeinde „keine gesteigerte Verpflichtung“. Radfahrer hätten zudem keine Probleme mit der Fahrbahn-Breite. Als Reaktion auf Sommers Einwände wolle die Abteilung ihr entgegenkommen: „Obwohl wir eigentlich kein besonderes Augenmerk mehr darauf haben müssen, hat der Bauhof aufgrund des Einzelinteresses zugesagt, einmal jährlich die Bankette abzuschälen.“ 

Diese Maßnahme soll regelmäßig, immer im Herbst erfolgen. Auch wenn dieses „Zurückfräsen“ wohl noch bis September auf sich warten lassen wird, dürfte das eine Lösung sein, die langfristig alle Beteiligten zufrieden stellt. „Anderenfalls würde sich die Natur den Weg zurückholen“, so Schulte

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