Winterfreuden locken viele an den Möhnesee

Die Hotspots waren gut besucht, Probleme mit Abstandsregeln gab es offenbar nicht

Die Sperrmauer in Günne ist bei schönem Wetter immer wieder ein Besuchermagnet, so auch an diesem Winterwochenende.
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Die Sperrmauer in Günne ist bei schönem Wetter immer wieder ein Besuchermagnet, so auch an diesem Winterwochenende.

Möhnesee - Strahlender Sonnenschein, glitzernder Schnee und angenehme trockene Kälte: Dieses schöne Winterwetter hat am Wochenende viele Besucher an den See gelockt. Viele nutzten den Ausflug für einen gemütlichen Spaziergang oder sportliche Winterfreuden.

Samstags um drei am Nachmittag. Die Sonne strahlt. Es ist knackig-kalt, der Wind bläst leicht und eisig. Die Straßen sind überwiegend komplett frei. Viel los ist nicht am Fuß der Seetreppe, auch wenn der Parkplatz gut belegt ist. Trudi, die kleine Malteserhündin, pflügt sich mit der Nase durch den Schnee, hechtet zwischen ihren beiden Zweibeinern hin und her. „Es ist schön hier, Michael und ich lieben es, hier zu sein“, erzählt Silke aus Menden, die Kamera schon wieder im Anschlag: „So schöne Fotomotive gibt es hier – gerade jetzt, wo alles weiß in weiß ist…“

Trotz der Warnungen des Ruhrverbands gibt es immer wieder Menschen, die die Eisfläche des Möhnesees betreten.

Angst sich anzustecken, falls hier viel Betrieb gewesen wäre? „Ach was, ist doch Platz genug, und wir sind draußen“, sagt die Mendenerin: „Bei der Arbeit, da fragen sie ja auch nicht viel, das muss einfach funktionieren.“ Erzieherin sei sie, regelmäßig im Kindergarten und ständig mit mehr Leuten enger zusammen als hier. Ihr Begleiter nickt, Trudi lässt sich derweil genüsslich kraulen, sprintet dann wieder los zum nächsten Schneehaufen.

Nur wenige Leute sind inzwischen vorbeigekommen auf ihrem Weg durch den Seepark, am Ufer entlang und immer wieder auch pärchenweise oder mit der Familie hinaus auf die weiße Fläche, unter der weißer Matsch sein dürfte – oder auch nicht.

Ein paar Schritte weiter spendiert Faruk Fejzaj einen Kaffee: Sein neues Restaurant „Pfeffermühle am See“ hat geöffnet – am Tisch an der Eingangstür gibt es Getränke zum Mitnehmen. Herein darf niemand. Böse erwischt hat es Fejzaj und sein Team: Gerade neu gebaut, musste das Restaurant wegen Corona wieder schließen, jetzt warten alle auf den Neustart, und allen ist klar: Die Verluste wieder aufzufangen, das wird elend lange dauern.

Peter Luis kommt mit seiner Frau Petra heran. Der Immobilienmakler aus Dortmund strahlt: „Schön ist es hier, und jetzt wollen wir erst mal was Heißes trinken!“ Früher, von 1958 bis 1977, sei er immer als Camper auf dem ADAC-Gelände gewesen, den Segelschein habe er bei Udo Rahmann gemacht – so lange schon sei er ganz vernarrt in Möhnesee. Mit dem Motorrad sei er auch immer wieder gerne hier – obwohl, jetzt, mit bald 75, da sollte er vielleicht doch ans Aufhören denken.

Was er und seine Frau als Dortmunder davon halten, wenn man offiziell von der Gemeinde gebeten werde, doch bitte zuhause zu bleiben wegen Corona? „Wo stand das – im Internet?“ Luis schaut seine Petra an: „Ich habe nichts gelesen.“

Nach dem anhaltenden Frost ist der Wameler Fischteich bei Schlittschuhläufern beliebt.

Stippvisite an der Sperrmauer: Parkplatz voll, viel Besuch von außerhalb, auch von ganz weit weg, es verläuft sich. In Wamel laufen sie Schlittschuh auf dem Fischteich, schreibt Harald Beckers per Whatsapp. Aber nicht nur dort. Am Sonntag sind immer wieder Menschen zu sehen, die sich auch auf dem Möhnesee selbst aufs Eis wagen. Die Warnungen vor dem brüchigen Eis wegen der schwankenden Wasserstände des Stausees sind vielen offensichtlich nicht bekannt.

Am Gasthof Sämer in Völlinghausen ist der Parkplatz am Samstag voll: Spaziergänger, Wildpark-Besucher, Kinder mit Schlitten. Auch hier kein Gedränge. An der Kanzelbrücke ist gerade Treffen der Naturfotografen, ein Objektiv gewaltiger als das andere. Die gefiederten Models auf dem Wasser wirken in ihrer stoischen Ruhe wie angefroren. Der Parkplatz: Wild zugeparkt – bei dem Schnee sieht man die Markierungen für die Parkboxen aber auch nicht.

„Keine besonderen Vorkommnisse!“ Das war gestern Vormittag die Zwischenbilanz von Bürgermeisterin Maria Moritz. Für den Sonntag rechnete sie mit ein wenig mehr Besuchern, aber nicht mit großen Problemen. Moritz: „Die Leute halten sich an die Empfehlung, möglichst daheim zu bleiben, und sie halten die Corona-Regeln ein.“

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