Feuerwehr im Einsatz

Windhose soll Segelboot am Möhnesee in die Luft gehoben haben

[Update 12.05 Uhr] Körbecke - Eine Windhose soll am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr ein Segelboot vom Steg der ADAC-Yachtschule in Körbecke losgerissen, in die Luft gehoben und einige Meter weiter wieder ins Wasser geworfen haben. Das berichtet Inhaber Udo Rahmann. Mehrere Boote wurden beschädigt.

"So etwas habe ich in 40 Jahren noch nicht erlebt", sagt Udo Rahmann. Ohne jegliches Vorzeichen habe sich die Windhose gebildet und das etwa 500 Kilogramm schwere Kajütboot, das zwischen zwei Stegen lag, aus dem Wasser gehoben. Das Boot sei bis zu 20 Meter durch die Luft gewirbelt worden und danach kopfüber mit dem Masten nach unten in den See gestürzt. Es hätten gewaltige Kräfte gewirkt. Durch das losgerissene Boot seien einige weitere Boote an den Masten beschädigt worden. Auch ein Teil der Steganlage sei kaputt. Die Schadenshöhe sei schwer zu beziffern, allein pro Mast müsse man mit 2000 bis 3000 Euro rechnen.

Menschen kamen durch den Sturm nicht zu Schaden. Glück im Unglück: Noch eine Stunde zuvor waren 20 Kinder in ihren Segelbooten auf dem Wasser, so Rahmann.

"Vom Schadensbild her könnte es durchaus eine Windhose gewesen sein", sagt Feuerwehrchef Christian Böddeker. Bei Eintreffen der Wehr habe ein Boot Meter vom Steg entfernt kieloben im Wasser getrieben. Der Mast sei abgerissen gewesen. Die Feuerwehr schleppte das havarierte Wasserfahrzeug mit dem eigenen Boot an Land, richtete es auf und pumpte es aus. Nach etwa zwei Stunden sei der Einsatz für die zwölf Feuerwehrleute beendet gewesen.

Für eine Windhose spricht auch die Tatsache, dass es den gesamten Dienstag über zwar stark geregnet, aber nicht besonders windig war. "Wir hatten gestern nur noch einen weiteren Einsatz, weil ein Baum auf die Arnsberger Straße gefallen war", berichtete Böddeker. Bei dem durchweichten Boden reiche bei flachwurzelnden Bäumen aber schon ein relativ schwacher Windstoß, um einen Baum zu Fall zu bringen.

Im Vordergrund ist der beschädigte Mast eines Segelbootes zu sehen. Im Hintergrund ist der gelbe Kiel des Bootes zu sehen, dass die Windhose aus der Verankerung am Steg gerissen haben soll.

Überzeugt davon, dass es sich um eine Windhose gehandelt haben muss, ist Andre Ventrone vom Verein Stormchaser Sauerland. Nachdem er einen Hinweis auf die Windhose bekommen hatte, schaute er auf der Seite Kachelmannwetter nach und wurde fündig. 

Der Tornado-Radar zeige um 18 Uhr ein entsprechendes Echo am Möhnesee. "Das zeigt, dass es hier eine Rotation gegeben habe." 18 Uhr deshalb, weil die Daten auf der Seite in der koordinierten Weltzeit angegeben werden. Zur mitteleuropäischen Zeit muss eine Stunde abgezogen werden.

Laut Ventrone ist es bei einer Tieflage, wie sie am Dienstag herrschte, durchaus normal, dass sich Windhosen bilden. Zumal über dem Wasser die thermischen Bedingungen hierfür noch günstiger seien.

Rubriklistenbild: © Niggemeier

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