Winkelmänner zeigen ihr Schaffen

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Michael und Christoph Winkelmann zeigen im Fachwerkhaus Stockebrand eines Ausschnitt ihren umfangreichen künstlerischen Schaffens. 

Möhnesee – Wer auf Spurensuche geht und über Land fährt, um all die Orte zu besuchen, an denen die Winkelmanns ihre Handschrift hinterlassen haben, kommt viel herum. Allein schon die Kirchen, in denen sie gearbeitet haben, bekunden ein vielfältiges Schaffen bei der Chorraumausstattung etwa, ebenso bei der Dachbekrönung.

„Gestaltendes Handwerk und freie Kunst“ nennen die Brüder Michael und Christoph ihre Ausstellung, die sie in besonderer Weise ihrem Vater Wilhelm widmen. „Mit ihm fing alles an“, sagen sie, „wir sind in seine Fußstapfen getreten.“ „Von der Türklinke bis zur Turmspitze“, beschreiben sie ihren Einsatz im sakralen Raum überall im Erzbistum, in der gesamten Republik, vor allem an den hiesigen historischen Gotteshäusern. 

Einen besonderen Stellenwert in ihrem Tun mit unterschiedlichen Werkstoffen nehmen die figürlichen Treibarbeiten in Metall ein, eine fast in Vergessenheit geratene uralte Technik, die bis ins Mittelalter reicht. Blicken die Bildhauer und Silberschmiede zurück, fallen ihnen viele Geschichten ein. 

Und von diesen besonderen Erlebnissen, die den Werdegang prägten, möchten sie ihren Besuchern erzählen, verbunden mit dem Blick auf Exponate aus 90 Jahren. Dazu gehören die verzierten Messingdosen, die der Vater nach dem Krieg aus Granatkartuschen schlug und den Bauern gegen Kartoffeln zum Kauf anbot. Der Bogen spannt sich bis zu den Plastiken in Holz und Stein der Söhne. Michael (geboren 1937) und Christoph (Jahrgang 1940) Winkelmann laden ein, teilzuhaben an ihrem Leben, an ihrer Arbeit und an ihrer Künstlergemeinschaft. Sie stellen eine Auswahl ihrer Werke zusammen und geben bei größeren Objekten Einblick in Entstehungsprozesse von der Zeichnung bis zur Fertigung.

 Sie möchten auch einen Film über den kostbaren zerstörten Schrein des heiligen Patroklus zeigen, der vor einigen Jahren durch ergänzende in Silber getriebene Nachbildungen der Winkelmanns zum ersten Mal seit 1945 wieder in neuer Vollständigkeit zu sehen war. Die Brüder setzen ihre Besucher ins Bild, vor allem in Erinnerung an ihren Vater. In dem kürzlich veröffentlichten Buch, das den Titel für die Werkschau in Körbecke liefert, schreibt Michael Winkelmann über ihn, der in politisch schwierigen Zeiten 1927 den Grundstein für das Atelier und das Wirken in Selbstständigkeit und gegenseitiger Hilfe legte.

 „Man wünscht sich einen Weg in die Zukunft, auf dem auch die Tradition und die vergangenen Generationen weiterhin ihren Platz haben". 

Die Ausstellung auf Initiative des Kulturvereins Möhnesee läuft vom 28. September bis 3. November, und zwar sonntags und an Feiertagen von 15 bis 17 Uhr im Alten Fachwerkhaus Stockebrand, Küerbicker Straße 3 in Körbecke. Im Frühjahr haben Michael und Christoph Winkelmann eine Publikation vorgestellt, die als Werkverzeichnis das 90-jähriges Schaffen im gestaltenden Handwerk und in der freien Kunst dokumentiert. Ausstellungseröffnung am 28. September, 17 Uhr.

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