Fastnachtssitzung der kfd

Wenn Weiber an den Jöppel wollen: Frauen lassen es in Körbecke krachen

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„Wir sind aus dem Dorf mit K!“ Das Dreigestirn und ihr Tross haben die Bühne gestürmt und schmettern mit Inbrunst das aktuelle Lied zur Session – die gute Laune im Saal kocht fröhlich über.

Körbecke – Skandalsitzung – die kfd lässt’s krachen! Die Frauen wollen jetzt tatsächlich alles werden, Bürgermeister, Bischof, Papst – und als wäre das alles nicht schon längst genug: An den Jöppel, ans Prinzenzepter wollen sie den Herren im Karneval auch noch, selber so ganz und richtig die allergrößte Kappe tragen.

Susi (Hillebrand) haben sie schon mal per Fotomontage im Prinzenkostüm über die Leinwand flimmern lassen. Da war was los im Saal: Die einen legten sich erschrocken die Hand auf die Brust und machten große Augen – die anderen gingen vor Begeisterung über Tische und Bänke, und dem gespielten Vorsitzenden der Karnevalsgesellschaft trichterten die „Lake Ladies“ bei ihrem Klamauk auf der Bühne so lange Schaumwein ein, bis der dem Handel zustimmte. 

Der Jöppel in Frauenhand! Alles Visionen aus der Kristallkugel, dargeboten von „Frauen for Future“? Man(n) wird sehen, was Wunschtraum bleibt und was nicht. Ganz real waren jedenfalls die Forderungen, die bei der Weiberfastnachts-Sitzung der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) ebenfalls auf die Leinwand kamen: „Maria 2.0. Frauen zu Ämtern zulassen, lückenlose Aufklärung von Missbrauchsfällen, Pflichtzölibat aufheben“ und „Männer-Dominanz beenden“ stand drauf, begleitet von einem dicken, roten Ausrufezeichen und einer Zeichnung von Maria mit gebundenen Händen und zugeklebtem Mund. So auf den Punkt waren sie schon lange nicht mehr, die Weiber. Und eins scheint sicher: Nach Aschermittwoch fordern sie weiter. 

Weiberfastnacht in Körbecke 2020

Zurück zum Vergnügen in der wieder proppenvollen Schützenhalle am Donnerstagnachmittag: Für locker-flockige drei Stunden reichte das Programm. Organisatoren waren in diesem Jahr die „Kluse-Frauen“, und die hoben mit dem jecken Volk regelrecht ab: In einen Flughafen hatten sie die Halle verwandelt und schon im Dorf waren die Hinweisschilder für den „Airport“ aufgestellt. Vor der Halle und im Eingangsbereich mussten sich die Gäste durch spaßige Schleusen mühen. Sperren hier, Kontrollen da, Körper- und Gepäckdurchleuchter, Gesichts- und Passkontrolle, bis dass frau endlich zu den Tischen fand. 

Gute-Laune im Gepäck: Gea Griese (Keyboard und Geburtstag) und Martin Buxot machten die Musik. Michael Essler spielte am Schlagzeug.

Der Spaß kam an, und wie nicht anders zu erwarten, kam auch ziemlich schnell ordentlich Druck auf den Kessel: Die „Matrosen“ tanzten, Prinz Marc (Gröne), Prinzessin Ellen (Hartung), Adju Wigbert (Schockenhoff), der „Lümmels“-Elferrat und der ganze närrische Tross der KKG zogen ein und feierten so richtig ausgelassen mit. „Dai Danzfeegers“ fegten nach vier Jahren Pause auch wieder über die Bühne und Jungs von den „Hippenkösters“ und den „Iulenspaigels“ tanzten diesmal mit – da stand der Saal vor Freude schon wieder Kopf. 

Liebeserklärung an den Ort

Elvis durfte nicht fehlen: Die „Rockabillies“ zeigten wieder ihre umjubelte flotte Hommage an den King of Rock’n’Roll und die Ü-15-Garde begeisterte erneut mit temperamentvollem Cancan. Das Dreigestirn musste natürlich auch wieder auf die Bühne: „Das Dorf mit K“ ist das aktuelle Prinzenlied und eine rockig-lautstarke Liebeserklärung an den Ort.

Orakeln mit den „Lake-Ladies“: Hier trichtern sie dem gespielten Vorsitzenden der Karnevalsgesellschaft den Schaumwein ein, bis er’s verspricht: Ab jetzt dürfen Frauen Prinzen sein! Was man nicht alles so aus einer Kristallkugel sehen kann...

 Der Text steht im „Bärenlaier“, der jährlichen Narrenpostille, und die ist wie immer im „Griffelkasten“ und im Kiosk Herrmann zu haben: Am Fastnachtsdienstag wird das gebraucht, wenn die Wagen zum Umzug rollen. Nach drei Stunden Programm inklusive Karaoke-Auftritten zu den schönsten Hits von einst und heute mündete alles in eine Endlos-Polonaise: „Dai Lümmels“ starten durch zum Endspurt.

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