Wasser und Bildung: Arbeit der Eine-Welt-Gruppe Günne

Die Wasserversorgung für Mensch und Tier stellte lange Zeit das größte Problem für die Missonsarbeit da, wurde in den 20 Jahren Engagement jedoch durch zahlreiche Brunnen verbessert. - Fotos: privat

GÜNNE/NARENGEWOI - Es ist seit Jahren bereits ein erfolgreiches Projekt: Die Eine-Welt-Gruppe Günne unterstützt durch Spendengelder die Arbeit von Pater Avelino Bassols in der kenianischen Partnergemeinde Narengewoi.

Seine Tätigkeiten als Teil der Missonsgemeinschaft des Apostels Paulus sind ebenso umfangreich wie vielfältig, einen Einblick erhielten seine Möhneseer Unterstützer unlängst in einem Brief des Geistlichen.

„Es ist Dezember. Die heiße Jahreszeit hat begonnen. Die Luft zittert. Der Boden trocknet aus“, mit diesen Worten beginnt Pater Avelino seinen Bericht und beschreibt so zugleich das größte Problem der Region: Die Versorgung mit Trinkwasser.

Zwar liegt die Partnergemeinde an den Ufern des Turkanasees, dem größten Binnengewässer Kenias, jedoch ist dessen Wasser kaum als Trinkwasser geeignet. Der Grund hierfür liegt in einer zunehmenden Versalzung. Denn obwohl der See über gleich mehrere Zuflüsse verfügt, sind diese längst nicht mehr in der Lage die Verdunstung zu kompensieren. Als Folge sinkt der Wasserspiegel, der ehemalige Süßwassersee versalzt.

Hier setzt die Arbeit Pater Avelinos an. In mehr als zwanzig Jahren Missionsarbeit entstanden zahlreiche Brunnen, die eine Trinkwasserversorgung sicherstellen. Waren diese Anfangs noch mit Handpumpen versehen, so wuchs der technische Aufwand mit der Zeit. Es wurden Solar- oder Windpumpen errichtet, durch Wasserspeicher Reserven geschaffen.

Am Ziel, so Pater Avelino, seien die Bemühungen jedoch noch längst nicht. So gebe es noch immer Ortschaften, die allein auf das salzhaltige Trinkwasser zurückgreifen könnten, Abhilfe soll hier eine Kläranlage schaffen. „Die Anlage wird kostspielig, jedoch nötig sein“, hat das Projekt für den Geistlichen eine hohe Priorität.

Begeisterung für den Gemüseanbau

Mit der verbesserten Wasserversorgung ließen sich im Laufe der Zeit auch weitere Projekte realisieren. So förderte die Missonsgemeinschaft den Gemüseanbau in den verschiedenen Ortschaften, pflanzte Obstbäume im Garten der Missionsstation. „Viele Menschen begeistern sich mittlerweile für den Gemüseanbau, wodurch manch einer sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann“, gibt Pater Avelino einen Einblick in seine Erfahrungen.

Wo diese Versorgung noch nicht greift oder die Menschen an ihrer Lebensweise als Wanderhirten festhalten, wurden sogenannte „Ernährungseinheiten“ geschaffen, Stationen, an denen die Menschen einmal im Monat Nahrungsmittelsäcke erhalten. Gerade Kinder sollen so vor Hungerschäden bewahrt werden.

Doch nicht nur auf der Wasser- und Lebensmittelversorgung liegt der Fokus der Missonsgemeinschaft, Pater Avelino berichtet auch vom umfangreichen medizinischen Angebot und der Bildungsförderung. Den Anfang machten hierbei die „Ernährungeinheiten“, in denen sich schnell Strukturen entwickelten, die Pater Avelino mit dem hiesigen Kindergärten vergleicht. War eine Lehrkraft anwesend, so wurden die Kinder zudem im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet.

In der Missionsstation selbst entstand eine Schule, in der zunächst die ersten beiden Klassen angeboten wurden und noch in diesem Jahr ein Angebot für die die Klassen drei und vier entsteht.

Ebenso wie das Bildungsangebot, wuchs auch die medizinische Versorgung. „Zu unserem Gesundheitsprogramm gehören neben einer Krankenstation auch drei Landkliniken und eine mobile Einheit, welche die Ortschaften betreut“, lässt Pater Avelino die Eine-Welt-Gruppe wissen. Auch hier ist eine umfassenere Betreuung geplant, unter anderem sollen vor Ort bald kleinere Operationen möglich sein.

Zufrieden mit den bisherigen Fortschritten, richtete Pater Avelino seinen Dank an die Möhneseer Spender. „Wir danken Ihnen für die langjährige Unterstützung. Sehr viel konnte aufgebaut werden und die ständige Hungersnot verringerte sich“, verwies er jedoch zugleich auch darauf, dass auch weiterhin Spenden benötigt werden. „Bitte unterstützen Sie uns weiterhin. Wir brauchen Ihre Mithilfe“, lautete sein Appell am Ende seines Berichtes. - fst

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