Niederschläge liefern Nachschub

Nach trockenem Sommer: Füllstand des Möhnesees steigt rasant

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Beim Pegel in Neuhaus, wo im Sommer Dürre herrschte, rauscht das Wasser der Heve nur so vorbei.

Möhnesee - Der Möhnesee und seine Zuflüsse bieten derzeit das Kontrastprogramm zu dem trockenen Sommer: Nach den ergiebigen Niederschlägen der vergangenen Tage sind die Fließgewässer gehörig gefüllt, auch der Füllstand des Möhnesees steigt aktuell recht rasant.

Nach dem trockenen Sommer ist der Möhnesee nach wie vor ziemlich leer, wenngleich die aktuellen Niederschläge dem Fluss-System der Ruhr ziemlich viel Nachschub liefern. 

Der Füllstand der Talsperren des Ruhrverbands insgesamt liegt aber immer noch erst bei etwa 57 Prozent. Die Tendenz ist zwar steigend, aber im Vergleich zu den normalen Füllständen im Januar 2018 wirkt der trockene Sommer noch nach, erklärt Britta Balt. 

Ein Füllstand von 377 Millionen Kubikmetern Wasser wäre im Januar normal, so die Sprecherin des Ruhrverbands, bis zu dieser Marke fehlen aber noch 110 Millionen Kubikmeter. Die winterliche Anstauphase in den Talsperren beginnt normalerweise im November, weil der im abgelaufenen Jahr jedoch sehr trocken war, fehlt bei der Anstauphase ein ganzer Monat. Aus Sicht des Ruhrverbands dürfte es deshalb gerne weiter regnen. 

Wobei die Oberläufe von Möhne und Heve als den Hauptzuflüssen des Stausees bereits gut gefüllt sind; über das Wehr im Stockumer Damm rauscht das Wasser nur so ins ziemlich leere Körbecker Becken. 

Welche Wassermassen derzeit im See zusammenkommen, illustrieren die Pegelstände: Für den in Völlinghausen nennt die Internetseite des Ruhrverbands einen Wasserstand der Möhne von 207 Zentimetern und einen Durchfluss von 36,7 Kubikmetern pro Sekunde. Am Pegel Neuhaus liegt der Wasserstand der Heve, die im Sommer über weite Strecken ausgetrocknet war, bei 109 Zentimetern; der Durchfluss beträgt etwa acht Kubikmeter pro Sekunde. Am Pegel Günne wiederum beträgt der Wasserstand nur 86 Zentimeter, der Durchfluss kommt auf etwa 1,26 Kubikmeter pro Sekunde. 

„Badewanne" der Region läuft kräftig voll

Verrechnet man die Durchflusswerte dieser drei Pegel, bleibt pro Sekunde eine Wassermenge von etwa 43,5 Kubikmetern im Möhnesee; kleinere Bäche kommen noch hinzu. Die „Badewanne“ der Region läuft derzeit also ziemlich kräftig voll. 

Das gilt naturgemäß für alle Talsperren des Ruhrverbandes, der Gesamtzufluss zu den Talsperren beträgt derzeit etwa 88 Kubikmeter pro Sekunde, während nur etwa 4,4 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben werden. 

Aus Gründen des Hochwasserschutzes ist das auch gut so. Wenngleich die Talsperren Balt zufolge keine Garantie dafür bieten, dass es im Unterlauf der Ruhr nicht doch zu Hochwasserereignissen kommt. Denn die Talsperren decken nur ein Viertel des Einzugsbereichs der Ruhr ab, käme es unterhalb zu starken Niederschlägen, könnten die Talsperren keine direkte Hilfe sein.

Der Ruhrverband rechnet vorerst weiterhin mit einer erhöhten Wasserführung in den Gewässern im Einzugsbereich der Ruhr. Gemäß Wettervorhersage ist am Mittwoch mit einzelnen Schauern zu rechnen, im Bergland meist als Schnee.

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