Niedlich sind sie ja...

Waschbären im Video: Freche Gesellen lassen sich kaum stören

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Unbeeindruckt davon, dass sie gerade gefilmt werden, lugen diese fünf jungen Waschbären über den Dachfirst, wie das Standbild zeigt.

Völlinghausen – Erst lugen drei der frechen Gesellen über den Dachfirst, dann ploppt noch ein Kopf auf, und noch einer. Mit ihrem Video der fünf neugierigen und unternehmungslustigen Waschbären ist der 13-jährigen Maren Lehmann aus Soest ein echter Hingucker gelungen.

Wann immer sie bei ihren Großeltern in Völlinghausen zu Besuch ist, haben Maren und ihre neun Jahre alte Schwester Lara sich auf die Lauer gelegt, um die Waschbären mit ihren Smartphones zu filmen, berichtet Mutter Kirsten Lehmann. 

Wobei: Die Waschbären haben das Anwesen am Ufer der Möhne so unverhohlen in Beschlag genommen, dass es schon fast frech ist. „Sie sind schon nervig, auch wenn sie so süß sind“, schildert Kirsten Lehmann. 

Wie kleine Ganoven sehen die Waschbären mit ihrem dunklen Augenstreifen aus, und so benehmen sie sich denn auch. Aus dem Wohnzimmer haben die frechen Biester durch die offene Terrassentür schon mal eine Tüte Katzenfutter geklaut, im Freien aufgerissen und genüsslich verspeist. 

Ganz schön frech: Dieser Waschbär hat eine Tüte Katzenfutter aus dem Wohnzimmer geklaut, aufgerissen und leer gefuttert.

„Die haben sich überhaupt nicht stören lassen, meine Mutter stand daneben und konnte nichts machen“, berichtet Kirsten Lehmann. 

Irgendetwas Essbares draußen liegen zu lassen, sei nicht möglich. Eingenistet, natürlich ohne Miete zu bezahlen, hatte sich die Waschbärenfamilie zunächst im Dachbereich über der Terrasse. Nachdem dieser Hohlraum dicht gemacht war, haben die munteren Gesellen auf dem Grundstück offenbar alsbald einen anderen Unterschlupf gefunden. 

Dass sie derweil immer wieder von Maren und Lara gefilmt werden, scheint die Tiere nicht sonderlich zu stören, wie auch das Video zeigt. Seit dem Frühjahr tummelt sich die Waschbärenfamilien auf dem Grundstück mit Haus und Garten. Doch langsam werden die Jungen erwachsen und müssen ihre eigenen Wege gehen. Seit es kein Katzenfutter mehr zum Klauen gibt, wurden sie bereits seltener gesichtet.

Waschbären sind seit Jahren auf dem Vormarsch

Dass Waschbären als Untermieter lästig sind, davon können viele Einwohner aus Möhnesee ein Lied singen. Irgendwelche Hohlräume im Dachbereich werden gerne als Unterschlupf genommen, der Schaden durch angeknabberte Dämmung oder Einbauten kann erheblich sein. 

Gelbe Säcke oder Biotonnen mit Lebensmittelresten müssen waschbärensicher verschlossen werden, sonst droht Durcheinander, und Anfang Juli hat ein Waschbär auf der Straße Im Möhnetal sogar einen Verkehrsunfall ausgelöst. Ein Autofahrer wurde leicht verletzt, der Sachschaden betrug 5 000 Euro, berichtete seinerzeit die Polizei. 

Gemäß EU-Verordnung Nr. 1143 aus dem Jahr 2014 stehen Waschbären auf der Liste der „invasiven Arten“. Weil sie Lebensräume, andere Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen, sollen sie strikt bejagt werden. Gleichwohl zeigt die Jagdstatistik, dass sie weiter auf dem Vormarsch sind. Im Jagdjahr 2006/2007 wurden kreisweit 154 Waschbären erlegt. Zehn Jahre später waren es schon 1.470 Stück.

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