Waschbären sind putzig, aber auch eine Gefahrenquelle - so reagiert das Netz auf süßes Video

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Waschbären in Haus und Garten können unangenehm sein und gefährliche Krankheitserreger verbreiten.

Möhnesee – „Sind die süß“, „wie niedlich“: Klar, diese Reaktionen auf das Video mit fünf munteren Waschbärenjungen auf den Internetseiten des Soester Anzeigers gibt es natürlich auch. Umfangreich diskutieren die Leser in den Kommentaren aber auch die Probleme, die durch Waschbären verursacht werden.

Ein wichtiger Punkt ist dabei die Gefahr, die von Waschbär-Spulwürmern für den Menschen ausgehen kann. Infektionen mit diesem Parasiten können beim Menschen sogar tödlich verlaufen. 

Diese Spulwurmart lebt normalerweise im Dünndarm von Waschbären, befallene Tiere sorgen für die Ausbreitung, denn laut einem Bericht des Jagdverbandes werden mit dem Kot täglich mehrere zigtausend Spulwurmeier ausgeschieden. Die ausgeschiedenen Eier entwickeln sich zum Larvenstadium weiter und können in diesem Zustand jahrelang infektionsfähig bleiben. 

Laut dem Jagdverband stellt der Waschbär-Spulwurm für den Menschen eine der gefährlichsten vom Tier übergesprungenen Infektionskrankheiten dar, weil die Larven durch Wanderbewegungen das Gewebe zerstören und je nach Befallsort entsprechende Organstörungen etwa am Auge verursachen können. Wenn die Larven das zentrale Nervensystem befallen, ende die Infektion in den meisten Fällen sogar tödlich. 

Hier geht's zu den Waschbären im Video

Wie der Jagdverband weiter berichtet, ist mit der zunehmenden Verbreitung der Waschbären in Deutschland ein steigendes Risiko für die Verbreitung des Waschbär-Spulwurms verbunden. Untersuchungen in den 1990er Jahren in Hessen hätten gezeigt, dass von den wildlebenden Waschbären rund 72 Prozent mit dem Waschbär-Spulwurm infiziert waren. 

Aus den USA sei bekannt, dass in den Verbreitungsgebieten des Waschbären vor allem Kleinkinder, die im Garten oder im Sandkasten spielen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Dies auch, weil die Spulwurmeier gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent sind und im Freiland jahrelang infektiös bleiben können. 

Gefährdet sind auch die Jäger, da sich beispielsweise im Waschbärkot, der etwa in Kastenfallen zurückbleibt, die Eier zu infektiösen Larven entwickeln können. Beim Hantieren mit erlegten Waschbären könnten zudem im Fell anhaftende Spulwurmeier verfrachtet werden, etwa an die Jagdkleidung oder ins Auto. 

Diesen Rat geben Leser weiter:

Unter den Lesern wird deshalb unter anderem diskutiert, dass Sandkästen in betreffenden Gebieten abgedeckt werden sollten. Auch wird darauf hingewiesen, dass es besser sei, die so putzig wirkenden Tiere zu vergrämen. 

Viele Hinweise finden sich im Internet: So können Kratzspuren an Bäumen oder umgestürzte und geplünderte Mülltonnen auf Waschbären hinweisen. Dies gilt auch für die Exkremente, die dem Kot kleiner Hunde ähneln und an immer gleicher Stelle in so genannten Latrinen abgelegt werden. 

Schwere Steine auf dem Deckel von Mülltonnen reichen demzufolge nicht aus, um die Vierbeiner abzuwehren, besser ist ein massives Schloss am Mülltonnendeckel oder ein fest verschlossener Raum. Auf den Komposthaufen gehören keine Essensreste, Kletterhilfen am Haus sollten beseitigt oder gesichert werden. 

Gewarnt wird auch davor, dass Waschbären bei Begegnungen mit dem Menschen nicht gleich die Flucht ergreifen, es handle sich aber keineswegs um putzige Kuscheltiere, sondern um wild lebende Beutegreifer, die empfindlich zubeißen können.

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