Warum viele Besucher im Liz auf Entdeckungstour gehen

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Aus Karton, Pappe oder alten Zeitungen entsteht neues Papier: Wie das geht, erfuhren gestern Morgen Schüler, die das Liz besuchten.

Möhnesee – Mit der Möhne vor der Tür, der Börde in der Nähe, Wasser und Wald in Sichtweite steht das Haus an einem herausragenden Platz. Diese besondere Lage der ehemaligen Mühle Schade in Günne war es, die Otto Mantel vom Heimatverein seinerzeit ins Auge fasste, als er die Idee für ein Landschaftsinformationszentrum entwickelte. 

Das war Ende der 80er-Jahre, in wenigen Wochen wird das Liz 25: Ein Ereignis, das gefeiert werden will, das aber auch Anlass gibt, auf die ersten Schritte zu schauen sowie auf den weiteren Weg hin zu einer etablierten und gut besuchten Umweltbildungs- und Naturschutzeinrichtung. 

Wie umfangreich die Palette ist, zeigt das 40 Seiten starke Programmheft, wobei die Angebote von Abenteuertagen über GPS-und E-Bike-Touren, bis zu Wildniscamps, Kompass-Schatzsuchen, Rundgängen mit dem Ranger und Piratenschifffahrten reichen. Die Teilnehmer probieren aus, wie aus Socken Monster werden, machen Bekanntschaft mit Willi, dem Regenwurm, schließen sich der Hasen-Rallye an, halten nach den Jägern der Nacht Ausschau, erfahren, warum die Vögel fliegen können, wie der Zucker aus der Rübe kommt und vieles mehr. Das alles spricht ein Publikum vom Kita- bis zum Seniorenalter an. Die Kinder kommen besonders gern. 

Sie bilden die größte Besuchergruppe – und erzählen, was sie gehört und gesehen haben, zuhause. So lernen auch die Eltern, was es heißt, die Lebensgrundlagen zu schonen und sorgsam mit den Ressourcen umzugehen. Die Biologin Kerstin Heim-Zülsdorf, die das Liz leitet, und Bernhard Schladör, Vorsitzender des Trägervereins, wiesen gestern auf die Entwicklung zum BNE-Regionalzentrum (Bildung für nachhaltige Entwicklung) im Kreis Soest hin. Sie betrachteten auch die Anfänge, die zunächst mit der Frage verbunden war, was aus dem historischen Gebäude werden soll. Mancher hätte die frühere Elektromühle damals gerne als Kulisse für ein Talsperren-Museum gesehen. Es gab Meinungsverschiedenheiten und hitzige Diskussionen im Ort über die Schutzwürdigkeit der Mühleneinrichtung, und es ging geraume Zeit ins Land, bis der Rat grünes Licht gab.

 Dann dauerte es noch zwei Jahre, bis das „Haus voller Erlebnisräume“ öffnete, und die ersten Besucher kamen, um „mit allen Sinnen auf Entdeckungstour zu gehen“. Maßgeblichen Anteil daran hatte Prof. Wilfried Stichmann, die inhaltliche Konzeption trägt seine Handschrift. „Bacherkundungen“, antwortet Kerstin Heim-Zülsdorf auf die Frage nach Veranstaltungen, die von Beginn an gefragt waren. Die Biologin begleitete schon den Start. „Ich wusste damals nicht, was auf mich zukommt“, erzählt sie. Doch die Aufgabe, hier im Möhnetal etwas völlig Neues zu schaffen, habe sie gereizt. 

Noch heute ist sie begeistert davon, wie abwechslungsreich sich die Arbeit gestaltet, einschließlich der spannenden überregionalen Projekte. Naturschutz funktioniert nur, wenn die Menschen auch ein Bewusstsein für die biologische Vielfalt und ihre eigene Verantwortung bekommen – dieses Anliegen der Initiatoren mag heute in aller Munde sein, vor 25 allerdings mussten sie buchstäblich Aufbauarbeit leisten. „Umwelt erleben und besser verstehen“, lautet am 13. Juni 1994 der Titel über den Anzeiger-Bericht zur Eröffnung. Was damals galt, trifft auch heute zu. Als Renner in der ständig aktualisierten Ausstellung erweist sich derzeit, wie Kerstin Heim-Zülsdorf berichtet, die virtuelle Ballonfahrt über den Arnsberger Wald. Los geht’s am Liz, dann führt die Reise über eine herrliche Landschaft, beispielsweise nach Hirschberg, das direkt an der Sauerland-Waldroute liegt, oder zur Altstadt von Eversberg.

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