Dem Waldwesen würde übel mitgespielt

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Einen traurigen Anblick bietet der „Waldschrat“ seit der Zerstörung. Der Kopf ist abgeschlagen, ein Arm ist ab, der andere ist durchgebrochen.

Möhnesee – Die Arme abgespreizt und die Beine tief im Erdboden eingesunken: Die Gestalt am Rande des Trimm-Dich-Pfades am Südufer erschien wie ein Waldwesen aus einer anderen Welt, doch seit kurzem, ohne Kopf und mit einem abgeschlagenen Arm wirkt die Figur nur noch traurig.

Unbekannte haben sich an der Skulptur, die einst von Schülern der Möhnesee-Schule geschaffen wurde, ausgetobt, wie Leserin Elke Stephan berichtet: „Bei jedem Waldlauf habe ich mich auf den Waldschrat gefreut“, berichtet sie. 

Viele Fotos und Selfies habe sie mit der Figur gemacht, genauso wie viele andere Besucher des Waldes auf dem Weg zum Möhnesee-Turm. Doch am Sonntag habe sie feststellen müssen, dass irgendwer den armen Kerl zerstört hat. Kopf und rechter Arm ab, Haare weg und der linke Arm gebrochen. 

„Wieso muss man solche schöne Dinge zerstören? Es ist zum Heulen“, schrieb sie in ihrer E-Mail an den Anzeiger, Fotos inklusive. 

Ähnlich dürfte es vielen gehen, die dem Waldwesen gelegentlich begegnet sind. Entstanden war die Skulptur im Rahmen einer AG an der Möhnesee-Schule durch Künstlerin Swantje Hüttemann aus Soest und Kunstlehrer Peter Johänning. Mit den Schülern Björn Hamers, Johannes Hunecke und Marco Drewer wurde die Figur im November vorgestellt, nachdem sie zuvor durch den Bauhof der Gemeinde an Ort und Stelle installiert worden war. 

Nach dem Vorbild kleinerer Modelle hatten die AG-Mitglieder aus Zweigen, Draht und Papier ein Gerüst erstellt, auf dem Schicht um Schicht aus Beton die Figur modelliert wurde. 

Wie es mit der beschädigten Figur weiter geht, ist noch unklar. Vermutlich wäre es möglich die Figur zu reparieren und zum Beispiel den Kopf wieder anzusetzen, so Swantje Hüttemann. Das müsse aber geprüft werden, ebenso die Frage, ob der damit verbundene Einsatz von Chemie im Wald überhaupt möglich ist. 

Wie Johänning ergänzte, ist auch zu fragen, ob man das Risiko einer erneuten Beschädigung riskieren will. Seinerzeit sei ja eine weitere Skulptur erstellt worden, und diese tierartige Figur sei damals schon zwei Tage nach dem Aufstellen im Wald zerstört worden. 

Außerdem müssten organisatorische Details geklärt werden, zum Beispiel, wenn die Schüler und er selbst aus dem Unterricht genommen werden sollen, um zu der Figur zu fahren und sie zu reparieren.

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