Waldumbau fordert die Wanderer am Möhnesee

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Dieser Blick ins Hevetal zeigt die Folgen von „Kyrill“, „Friederieke“, Trockenheit, Borkenkäferkalamität und die neu ermöglichte Fernsicht gleichermaßen.

Möhnesee – Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben den Fichten in solchen Ausmaßen zugesetzt, dass sich das Erscheinungsbild des Arnsberger Waldes derzeit gravierend ändert. Vom Käfer befallene Fichtenbestände werden inzwischen komplett abgeräumt, immer mehr Hänge sind damit zumindest vorübergehend waldfrei. Das hat auch Rückwirkungen auf den Tourismus, allerdings auf verschiedene Arten. Vielen Wanderern werde die Dimension der Veränderung noch nicht bewusst, weil viele vom Borkenkäfer befallene und vertrocknete Fichten noch stehen. „Wenn diese Bestände aufgearbeitet sind, sieht man erst, welche Folgen das hat“, erläutert Jens Hoheisel, der Geschäftsführer des Naturparks Arnsberger Wald.

Die Veränderungen des „Waldmeeres“ seien vom Möhnesee-Turm und dem Lörmecketurm aus besonders deutlich zu erkennen, bei dem Turm bei Warstein wegen der vielen Fichtenbestände dort wohl noch mehr. 

Bei der touristischen Vermarktung des Naturparks Arnsberger Wald sollen diese Veränderungen berücksichtigt werden, etwa bei dem im Aufbau befindlichen „Waldkulturweg“, der eine Station zum Thema „Wald der Zukunft“ bekommen wird. Auch Themen wie Klimawandel oder Borkenkäfer könnten gegebenenfalls in die Info-Schriften für die Wanderer eingearbeitet werden, erklärte Hoheisel. 

Vorteilhaft sei für Wanderer auf bestimmten Wegen, dass sich wegen der verschwundenen Fichtenwälder jetzt mehr Fernsicht bietet. Andererseits leiden die Wanderwege durch den Maschineneinsatz beim Holzeinschlag. Bei dem aktuell trockenen Wetter hielten sich die Schäden aber noch in Grenzen. Die Beeinträchtigungen seien für die meisten Wandertouristen zudem auch kein Problem. 

An vielen Wegen ziehen sich die Polter mit Kurzholz Hunderte von Metern entlang.

Von den aufgestapelten Langholzstämmen und Holzpoltern sollten Spaziergänger und ihre Kinder sich jedoch fernhalten. Gerade Kinder reizt vielleicht das Balancieren auf den langen Fichtenstämmen, das Betreten ist jedoch aus gutem Grund verboten, betont Hoheisel: „Das ist lebensgefährlich, das sind Tonnen, die da ins Rutschen kommen können.“

Holzpolter und die damit verbundenen Gefahren

Nach dem Landesforstgesetz NRW und dem Bundeswaldgesetz ist das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung gestattet, dies geschieht jedoch auf eigene Gefahr. Nach weiteren Vorgaben müssen Waldbesucher bei der Holzernte einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten, gesperrte Waldflächen sind tabu, und das Herumklettern auf Holzpoltern ist verboten. 

Wegen der damit verbundenen Gefahren gibt es in den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung forstlicher Arbeiten im Staatswald“ (AGB Forst NRW) Vorschriften für die Forstunternehmen, wie Langholzstämme und Kurzholz aufzustapeln sind. So muss Langholz gegen ein Wegrollen gesichert und auf tragfähigen Flächen gestapelt werden. Um bei Kurzholz das Abrollen der oberen Stämme zu verhindern, soll der Böschungswinkels des Polters höchstens 30 Grad betragen. 

Im Übrigen können Forstunternehmen haftbar gemacht werden, wenn Spaziergänger wegen eines instabilen Holzstapels zu Schaden kommt. Womöglich rechnen die Gerichte den Geschädigten aber ein Mitverschulden an, wenn sie auf den Poltern herumgeklettert sind.

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