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Vorbild in Tirol: SPD fordert Fahrverbote für laute Motorräder am Möhnesee

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Von: Thomas Brüggestraße

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Motorräder am Möhnesee - bald nur noch leise? © Brüggestraße

Möhnesee – „Der Bezirk Reutte in Tirol macht es uns vor, wie man mit Motorrad-Lärm umgeht“, schreibt der heimische SPD-Chef Harald Beckers in einer aktuellen Mitteilung. Er teilt die Idee aus Österreich, sich die „schwarzen Schafe“ unter den Bikern herauszupicken und dem Rest das angemessen ruhige Fahrvergnügen zu gönnen.

Seit Mittwoch bis zum 31. Oktober seien dort bestimmte Straßenabschnitte für besonders laute Motorräder gesperrt, erläutert Beckers. Wer dagegen verstößt, riskiere ein hohes Bußgeld. Das Fahrverbot gelte für alle Motorräder aus dem In- und Ausland, die laut Zulassung ein Standgeräusch von mehr als 95 Dezibel aufweisen. 

Der Hintergrund erinnert an den Zoff am See: 44 Prozent der Einwohner in Reutte fühlten sich laut Zählung belästigt durch die erhebliche Lärmbelästigung. Ein generelles Fahrverbot habe aber niemand gewollt – die Abschnitts-Lösung solle nun den Dauer-Streit befrieden, die Lauten von den Leisen trennen und aus dem Verkehr ziehen. 

Initiative vom Bundesrat

Harald Beckers: „Der ADAC beschreibt diese Entscheidung aktuell als eine Möglichkeit, mit Lärm umzugehen. Wir können uns das auch für Möhnesee vorstellen.“ 

Es gebe darüber hinaus eine Initiative, die im Bundesrat beraten worden sei, auch darauf weist Harald Beckers hin: „Es gibt eine sogenannte ‚Entschließung‘ der Länderkammer vom 15. Mai, dass neu zugelassene Maschinen nicht lauter als 80 Dezibel sein dürfen.“ Der Bundesrat halte zudem härtere Strafen für das Tunen und Aufmotzen von Motorrädern für erforderlich, ebenso werde das Recht für Polizisten eingefordert, Fahrzeuge bei gravierenden Lärmüberschreitungen sofort sicherzustellen oder an Ort und Stelle zu beschlagnahmen. 

Ziel des SPD-Vorstoßes sei, dass der Gemeinderat den Kreis Soest auffordert, die rechtlichen Möglichkeiten für Fahrverbote zu prüfen – etwa im Rahmen eines Verkehrsversuches.

Am Sonntag gibt es übrigens eine Fahrrad-Demo, um den Verkehr rund um den See für etwa zwei Stunden zu beruhigen.

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