1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Möhnesee

Möhnesee: Vollstau mit Überlauf nicht erwünscht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Dahm
Der Möhnesee ist wieder ziemlich voll, viel weiter soll der Pegel voraussichtlich aber nicht steigen. ▪

GÜNNE ▪ Der Pegelstand der Möhnetalsperre ist in den vergangenen Wochen dank der ergiebigen Regenfälle rasant gestiegen – doch wenngleich mancher schon auf dieses Schauspiel spekuliert: Zu einem Überlaufen des Stausees wird es aller Voraussicht nach nicht kommen, das erklärte Ludger Harder vom Ruhrverband auf Nachfrage.

Bis zum „Stauziel“, das bei einem Wasserstand von 213,74 Meter über Normalhöhennull (müNHN) erreicht wird, fehlen derzeit nur noch etwa 80 Zentimeter. Doch diese Differenz soll in etwa gehalten werden, so Betriebsstellenleiter Ludger Harder.

Dass der Wasserstand sich derzeit auf knapp 213 Metern über NHN einpegelt, hat nicht allein mit den nachlassenden Niederschlägen der vergangenen Tage zu tun. Zugleich ist der Ruhrverband durch die Steuerung des Wasserablaufs bestrebt, den Pegel nicht weiter steigen zu lassen. Ziel ist es, ein Volumen von zehn Millionen Kubikmeter als „Puffer“ nach Möglichkeit im Stausee zu erhalten, um erhöhte Zuflüsse über die Möhne in die Ruhr steuern zu können.

Erforderlich wird dieses freie Stauvolumen unter anderem bei stark erhöhtem Zufluss zum Beispiel infolge der Schneeschmelze im Sauerland. Derzeit sieht es entsprechend der Schneehöhe in den Bergen und der Niederschlagsprognosen aber nicht so aus, als ob mit erheblichem Zufluss gerechnet werden müsste. „Ansonsten“, so Harder, „sind wir in der Lage, gegenzusteuern.“

Der Ruhrverband ist Harder zufolge vor allem deshalb darum bemüht, ein Überlaufen der Staumauer zu vermeiden, weil dann die Wassermassen, die abgegeben werden, kaum noch kontrolliert werden können. Daraus könnten sich Flutwellen erheben, die im weiteren Verlauf von Möhne und Ruhr zu Schäden führen.

Alles in allem ist die Einflussnahme des Ruhrverbands auf den Pegelstand der Ruhr jedoch begrenzt. 25 Prozent der Wassermasse könne durch die Talsperren beeinflusst werden, der Rest läuft an den Talsperren vorbei, sagte Harder.

Für die Staumauer des Möhnesees selbst wäre das Überlaufen dagegen kein Problem: „Das Bauwerk ist darauf ausgelegt“, sagte Harder. Allenfalls könne sich mal eine Fuge lockern. Zuletzt war der Möhnesee im August 2007 übergelaufen. Damals verzeichnete der Ruhrverband einen Wasserzulauf, der statistisch gar nicht mehr zu fassen war.

Im Bereich des Hevebeckens wurde ein Zufluss registriert, wie er allenfalls in 1 000 Jahren einmal vorkommt, im Einzugsbereich der Möhne entsprach der Zufluss einer Menge, wie sie statistisch gesehen höchstens alle 100 Jahre einmal auftritt. ▪ tbg

Auch interessant

Kommentare