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Viele Ideen für Umgestaltung des Pankratiusplatzes in Körbecke

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KÖRBECKE -  „Bis demnächst auf unserem supergeilen Dorfplatz“, so verabschiedete Bürgermeister Hans Dicke nach dem mehr als zweistündigen „Werkstattgespräch“ zur Neugestaltung des Pankratiusplatzes und der unmittelbaren Nachbarschaft die Teilnehmer des Abends. Der große Saal der „Alten Brennerei“ im Haus des Gastes platzte förmlich aus allen Nähten, so groß war das Interesse am Dienstagabend.

An die geplante Gruppenarbeit war deshalb gar nicht erst zu denken. Es gab „Frontalunterricht“ und anschließend eine muntere Diskussion: Die Körbecker nahmen beim jetzt vierten Themenabend zur Dorfmitte die erneute Einladung zur Bürger-Beteiligung ernst und löcherten Planer und Verwaltungsvertreter. Die gingen mit einem dicken Packen an Hausaufgaben nach Hause.

Wie der Pankratiusplatz einmal aussehen könnte, zeigt das Bild wohl besser als tausend Worte, um ein geflügeltes Wort zu bemühen. Die abgebildete Idylle allerdings trügt. Die Körbecker Geschäftsleute, und nicht nur die, wehren sich gegen die angeblich angeblich vom Geldgeber gewollte Verkehrsberuhigung im Ortskern. Kurzzeitparkplätze sollen verschwinden. Dagegen läuft vor allem der Verein „Gewerbe Aktiv“ um seinen Vorsitzenden Franz Reichenberger Sturm. Reichenberger übergab einen dicken Packen an Unterschriftenlisten an Bürgermeister Hans Dicke: Mehr als 1 500 Unterstützer, darunter viele regelmäßige Kunden von außerhalb, unterstreichen die Sorgen der Geschäftsleute, dass ein Verzicht auf Kurzzeitparkmöglichkeiten Umsatzeinbußen bis hin zu Geschäftsschließungen mit sich bringen könnte.

Zu einem Zankapfel werden auch die Poller, die die Durchfahrt in Richtung Gaststätte „Zur Post“, weiter zum Ludwig-Kleffmann-Haus und hintenherum um die Kirche unterbinden sollen. Von der Hauptstraße kommend, wäre den Planungen zufolge künftig an der Ecke vom Blumenhaus Keßler die Durchfahrt gesperrt. Anwohner und betroffene Geschäftsleute warnen: „Die geplanten Poller bilden eine optische Barriere. Dahinter befindet sich nichts mehr...“.

„Keine Poller, kein Geld“

Wer von der Hauptstraße aus in Richtung Kiosk fährt, darf nicht mehr nach links abbiegen, wird stattdessen um die Kirche herumgeleitet. „Noch mehr Rückstaus, noch mehr Verkehrslärm und Abgasmief“, so schimpfen nicht nur die Anlieger. Planer und Verwaltung verweisen aufs Land: „Die wollen das so haben und haben das in den Förderbescheid geschrieben.“ Sorge der Verwaltung vor Ort: „Keine Poller, kein Geld.“ Doch: Bevor es zum Äußersten komme, wolle man sich an einen Tisch setzen und die Wünsche der Körbecker deutlich vortragen, hieß es. „Wir brauchen jetzt kreative Argumente“, sagte etwa Bauamtsleiter Burkhard Schulte: „Wir wollen keine Kurzzeitparkplätze opfern.“ Die Poller wolle man auch nicht. Vielleicht hilft die Karnevalszeit, die Kuh mit viel Humor vom Eis zu bekommen. Zeit dazu bleibt: Der zuständige Ausschuss tagt am 19. Februar. Publikum ist ausdrücklich erwünscht, wie Bürgermeister Hans Dicke unterstrich. „Während der Sitzung dürfen Besucher aus formalen Gründen nichts sagen, aber hinterher bleibt immer noch viel Zeit, Dinge gemeinsam zu bereden.“ Das gelte auch für die Ratssitzung, die wenig später Beschlüsse fassen soll.

Die Planer von Pesch und Partner und auch der Verkehrsplaner Hannes Uhlig vom Büro für Stadtentwicklung und Verkehrsplanung aus Aachen und die zuständigen Vertreter der Gemeinde wollen sich vorher auch noch abstimmen, um die Anregungen von Dienstag zu berücksichtigen.

Dazu gehört auch die Frage nach der genauen Lage der geplanten Bushaltestellen: Pesch und Partner plädieren dafür, Fahrgäste dort abzuliefern und abzuholen, wo das pralle Leben tobt, also direkt am Pankratius-Platz. Das gefällt nicht jedem.

Auch die Pflasterung und der Straßenbelag sind in der Kritik: Gewarnt wurde vor Bodenwellen und Summsteinen, die Autofahrer aufmerksam werden lassen sollen: „Die Anwohner werden sich über diese Art der Lärmbelästigung nicht freuen“, hieß es von mehreren Teilnehmern des Abends, die auf eigene Erfahrungen in Großstädten hinwiesen.

Weiter in der Kritik: Die Versetzung des Brunnens vors Rathaus, die Planungen für eine Rampe zum Rathauseingang, die der Barrierefreiheit dienen soll und die Anlage eines Brunnens und weiterer Wasserspiele auf dem Pankratius-Platz. Wir berichten weiter. - brü

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