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Viel zu schade für die Tonne: Rhododendren aus Ense finden "neue Heimat" am Möhnesee

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Von: Achim Kienbaum

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Rhododendren gerettet: Christoph Fehd, Jürgen Schwegmann und Thomas Figge (von links) sind froh, dass die Pflanzen vor dem Haus Delecke einen neuen Platz gefunden haben und nicht in den Schredder mussten. © Dahm

Delecke – Der Mann hat nicht nur einen grünen Daumen, sondern zwei grüne Hände: Und deshalb hat Jürgen Schwegmann nicht nur ein Herz für alles was grünt und blüht, mit seinem Gartenbaubetrieb hat er seine Leidenschaft auch zum Beruf gemacht. Das rettete ein paar Dutzend Rhododendren jetzt vor einem abrupten Ende im Schredder.

Auf dem ehemaligen Parkplatz an der Kettler-Verwaltung in Ense-Parsit waren die Pflanzen über Jahrzehnte gewachsen, mit den dortigen Abrissarbeiten schien aber auch ihr Aus besiegelt. „In aller Regel werden Pflanzen bei solchen Situationen ausgegraben und entsorgt“, beschreibt Schwegmann das übliche Prozedere. Aber nicht mit ihm. 

Er schlug der Kettler-Stiftung vor, die Pflanzen, die weichen müssen, nicht einfach zu schreddern, sondern ihnen im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Heimat zu geben – und rannte damit die sprichwörtlich offenen Türen ein. Am Haus Delecke hatte Sturm Friederike im Januar 2018 beträchtliche Schäden im Baumbestand angerichtet, deshalb sah es dort gerade entlang der Grundstücksgrenze zur Straße und zur Einfahr hin recht kahl aus. 

„Da passen die Rhododenren perfekt hin und werten das Erscheinungsbild wieder auf“, war auch Thomas Figge, Direktor des Haus Delecke, begeistert von der „Umsiedlung“.

In der vergangenen Woche wurde die Idee dann von Jürgen Schwegmann und seinen Mitarbeitern in die Tat umgesetzt: Mitsamt ihrem Wurzelwerk wurden die Pflanzen ausgegraben, nach Delecke gebracht und dort zu mehreren großen „Ensembles“ zusammengestellt und wieder eingepflanzt. 

Schwegmann ist zuversichtlich, dass sich die Rhododendren an ihrem neuen Standort prächtig „einleben“ werden: „Mit dem angekündigten regen in den nächsten Tagen und hoffentlich auch Wochen wird der Boden gut durchnässt, so dass die Pflanzen ihre Wurzelwerk so vorantreiben können, wie sie das brauchen“. 

Und Angst davor, dass sie hier in absehbarer Zeit im Weg sein könnten, muss auch niemand haben. „Wir haben schon einiges geschafft und haben auch noch eine Menge vor“, spielt Thomas Figge zwar auf die schon seit 2018 laufende umfangreiche Modernisierung des Hotels Haus Delecke an – inklusive eines neuen Anbaus – aber die neuen Pflanzen im Außenbereich werden davon ganz sicher nicht betroffen sein.

Deshalb mussten die Rhododendren weichen

An der Hauptstraße zwischen Bremen und Parsit, dem ehemaligen Standort der Kettler-Verwaltung, möchte Jürgen Schwegmann derzeit gleich zwei Projekte verwirklichen: Zum einen entsteht auf dem rund 900 Quadratmeter großen Parkplatz eine Poolausstellung samt Pavillon, bei der die anliegende Halle als Lager dienen soll. Zum anderen möchte der Diplom-Ingenieur für Gartenbau die benachbarte, gut 750 Quadratmeter große Immobilie als Bürogebäude vermieten.

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