Baugebiet Wildpark: Verfahren mit öffentlicher Beteiligung soll Klarheit bringen

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Links die Straße Zum Wildpark, rechts Pferdekamp: Das Areal dazwischen wird auf Bebaubarkeit untersucht.

Völlinghausen – Das Aufstellungsverfahren für ein Baugebiet „Am Wildpark“ in Völlinghausen soll ohne Verzug fortgesetzt werden. Das hat der Gemeinderat bei einer Enthaltung gegen sechs Stimmen der SPD-Fraktion sowie Rüdiger Gößmann (BG) beschlossen. Zuvor hatte der Gemeinderat gegen die sieben Mitglieder der SPD-Fraktion und Gößmanns einen Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt, wonach das Aufstellungsverfahren zunächst ausgesetzt werden sollte, um es nach der Sommerpause wieder aufzugreifen.

Der SPD-Fraktionschef Gerhard Bruschke hatte diesen Antrag vor allem mit einer kürzlich durchgeführten Einwohnerversammlung begründet. Bei diesem von der SPD initiierten Treffen hätten sich 42 von 49 Anliegern gegen eine Bebauung des Areals zwischen Engelslieth und Pferdekamp ausgesprochen. 

Geäußert worden seien Befürchtungen wegen negativer Auswirkungen für den Wildpark; zudem seien die Straßen für mehr Anlieger nicht geeignet, das Areal selbst; zudem bestehe auf dem Areal, das von der Burmecke durchflossen wird, Hochwassergefahr. 

Andererseits sei es positiv zu werten, dass etliche Anlieger bereit seien, über eine Bebauung auf den übergroßen Grundstücken mit Altbebauung an Engelslieth und Pferdekamp nachzudenken. 

Trotz dieser Argumente sprachen sich die Vertreter der anderen Fraktionen für eine Fortsetzung des Bauleitverfahrens aus. Allen Fraktionen sei klar, dass in Völlinghausen Bauland gebraucht wird, erklärte Birgit Honsel (CDU). 

Zudem sei in dem zuständigen Ausschuss entschieden worden, das Prozedere durchzuführen, im Zuge des Beteiligungsverfahrens könnten alle Belange wie Naturschutz oder Verkehr und die Hinweise und Anregungen der Anlieger geprüft werden. 

Überdies warf Honsel der SPD vor, bei der Einladung zu der Versammlung tendenziös formuliert zu haben. Ein Einwand, den Bruschke jedoch zurück wies, die Versammlung sei strikt neutral durchgeführt worden. 

Christian Wolf (BG) zeigte sich gleichwohl nicht verwundert, dass die unmittelbaren Anlieger des potenziellen Baugebiets sich nicht begeistert zeigten. Verwunderlich sei dagegen schon eher die plötzliche Bereitschaft für eine Bebauung der rückwärtigen Grundstücksbereiche. 

Bruschke hielt diesen Aussagen entgegen, er habe noch keinen gehört, der auf diesem Areal bauen wolle. Wenn Bürger dort bauen wollten, würde die SPD dem auch folgen, es hätten sich aber 42 von 49 Anwesenden gegen dieses Baugebiet ausgesprochen. Außerdem habe sich auf dem Gelände längst ein waldartiger Bewuchs ausgebildet, auch dies sei aus ökologischen Gründen zu beachten. 

Differenzierter betrachtete demgegenüber Uwe Beißner (Grüne) die Lage. Einerseits erklärte er, er könne sich nicht vorstellen, dass hier gebaut wird. Andererseits verstehe er den Ansatz Bruschkes nicht. Es spreche nichts gegen ein Verfahren, die Gegner des Vorhabens hätten dann eine große Chance, ihre Meinung im Verfahren einzubringen. Es gebe aber auch diejenigen, die dort bauen wollen, die ebenfalls zu berücksichtigen seien. Beißners Plädoyer: Ergebnisoffen prüfen, keine Denkverbote.

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