Verein „Tiere bauen Brücken“

Bianka Niemeyer bildet Vierbeiner aus, die Menschen helfen

Trainerin Bianka Niemeyer, Raúl und Nicole Warnke (von links) mit den Hunden Bailey, Falco und Fine.
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Trainerin Bianka Niemeyer, Raúl und Nicole Warnke (von links) mit den Hunden Bailey, Falco und Fine.

Hunde können Menschen mit Handicap wertvolle Hilfe leisten, sie können Dinge bringen oder wegbringen, Türen und Schubladen öffnen, aufpassen, Freund sein, Mut machen, Lebensfreude schenken. Ein Hund würde auch der siebenjährigen Wanda helfen, die an der Glasknochenkrankheit leidet. Die Ausbildung eines solchen Assistenzhundes kostet jedoch 12 500 Euro und 8 500 Euro fehlen noch. Doch die sollen nun über das Spendenportal „Viele schaffen mehr“ der Volksbank Hellweg eingeworben werden.

Möhnesee - Die siebenjährige Wanda aus Münster kann nicht so herumtoben, wie sie gerne möchte. Das lebensfrohe Mädchen lebt mit Osteogenesis imperfecta – besser bekannt Glasknochenkrankheit. Es bedeutet ein Leben voller Sorgen und Vorsicht, oft im Rollstuhl und leider auch mit vielen Brüchen. Ein Assistenzhund, ein kleiner, flinker, treuer Malti-Poo oder Havaneser etwa, der könnte Wanda eine große Hilfe im Alltag sein. Ein ordentlicher teil zur Finanzierung der Ausbildung fehlt aber noch und dieser Betrag soll nun über das Spendenportal „Viele schaffen mehr“ der Volksbank Hellweg eingeworben werden.

Bis Ende Juli läuft die Aktion. Die Volksbank legt 360 Euro dazu, wenn der Zielbetrag erreicht ist. Kommt noch mehr Geld zusammen, fließt das in weitere Projekte des eingetragenen Vereins „Tiere bauen Brücken“ aus Lippetal, der sich nach einer Reihe erfolgreicher Projekte jetzt für Wanda einsetzt, damit auch ihre alleinerziehende Mutter entlasten und ihr Sorgen abnehmen möchte.

Nur Blindenhunde werden bezahlt von den Krankenkassen, Therapiehunde, Assistenzhunde, Besuchshunde aber nicht.

Nicole Warnke, Vorsitzende des Vereins „Tiere bauen Brücken“

„Wir bitten ganz herzlich um Unterstützung für unsere kleine Maus“, sagt Nicole Warnke. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Tiere bauen Brücken“ und zeigt dem Anzeiger beim Besuch in Möhnesee, wer die Ausbildung übernimmt: Bianka Niemeyer aus Möhnesee ist ausgebildete Assistenzhunde-Trainerin und hat gerade Thomas und Susanne Nottelmann bei sich, gemeinsam mit deren Sohn Raúl. Der Elfjährige ist Autist, kann Hilfe gebrauchen, wenn die Gefühle mal überkochen, in Aggressionsschübe umschlagen. Falco, ein wenige Wochen alter pechschwarzer Labradoodle, eine herzzerreißend-knuffige Mischung aus Labrador und Pudel, er soll Ruhe ins Leben bringen, Raúl erden und ihm ein treuer Spielkamerad und verlässlicher Freund sein, beschützen und blocken.

Das Kennenlernen klappt auf Anhieb: Falco pennt, schmust, pennt, spielt mit. Dass er „Falco“ heißt, wird er noch lernen, ebenso wie bestimmte Kommandos, die Raúl und die Eltern demnächst geben. Dass Hunde schon eine Stunde vorher „riechen“, dass Ausraster, Anfälle oder etwa Diabetis-Probleme anstehen, das liege ihnen in den Genen, erklärt die Trainerin: „So um die vier Prozent können so etwas von Geburt an – man muss die Fähigkeit erkennen und trainieren, und dafür bin ich da.“ Die kleine „Fine“ etwa, ein Conton de Tuléar und total verspielter Rasenflitzer, sie ist so ein Warnhund für Diabetiker und Menschen mit epileptischen Anfällen.

„Wie sie das anzeigt, dass Probleme anstehen, das muss man herausfinden“, erklärt Bianka Niemeyer: „Die einen bellen, die anderen kratzen am Bein oder fangen an zu fiepen – da gilt es, Mensch und Tier aufeinander abzustimmen. Sieht spielerisch aus, ist aber harte Arbeit, damit das gemeinsame Leben gelingen kann. Zwei Jahre dauert so etwas – im ersten Jahr lernen die Tiere den Grundgehorsam und Kommandos, im zweiten Jahr beginnt die Spezialausbildung.“ Der schönste Lohn: Der Glanz in den Augen von Tier und Mensch, wenn da wieder ein Team zusammengefunden hat.

Teams bilden die Aktiven von „Tiere bauen Brücken“ auch für andere Projekte: Besuchshunde mit Begleitung sind gern gesehen in vielen Einrichtungen. Neue Ausbildungen beginnen gerade, und interessierte Neueinsteiger sind gerne gesehen, das unterstreicht Nicole Warnke: Bücher könnte sie schreiben über das, was sie in den bisherigen Projekten schon alles erlebt hat – die praktische Arbeit gehe allerdings vor. Und der Kampf gegen eine große Ungerechtigkeit, wie sie findet. Warnke: „Nur Blindenhunde werden bezahlt von den Krankenkassen, Therapiehunde, Assistenzhunde, Besuchshunde aber nicht.“ Die siebenjährige Wanda aus Münster wäre ohne zahlreiche Unterstützer aufgeschmissen, könnte keinen ausgebildeten Assistenzhund bekommen.

Alle Informationen im Netz: volksbank-hellweg.viele-schaffen-mehr.de/ein-assistenzhund-fuer-wanda; tiere-bauen-bruecken.de; assistenzhundetrainerinbibi.de

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