Unterwegs zur Jugend: Streetworker Andreas Riedl und seine Aufgaben

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Beim Tischtennis-Match im Jugendtreff lassen sich Max (links) und René gerne von Lisa Schirmer und Andreas Riedl anfeuern.

Möhnesee – Streetwork lautet der englische Fachbegriff, aufsuchende Sozialarbeit heißt es im Bürokratendeutsch: Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass Andreas Riedl auf Straßen und öffentlichen Plätzen in der Gemeinde nach Jugendgruppen Ausschau hält und Kontakt zu ihnen sucht. Mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen, ist nach Einschätzung des Sozialarbeiters gar nicht so schwer: „Man kommt schon an die Leute heran, wenn man auf Augenhöhe mit ihnen in Kontakt tritt.“ Auf dieser Grundlage heißt es dann geduldig weiter machen. „Beziehungsarbeit braucht ihre Zeit“, sagt Riedl.

Im September hat der 27-Jährige die Nachfolge von Mandy Feldmann in der Gemeinde übernommen. Eine halbe Stelle entfällt dabei auf die Betreuung des Jugendtreffs Möhnesee, die andere halbe Stelle ist Riedl als Streetworker im Einsatz. 

Jetzt, zum Winter hin, kommen auch die Jugendlichen von den informellen Treffs eher in warmen Räumen zusammen, so richtig losgehen wird es mit der aufsuchenden Jugendsozialarbeit daher zum nächsten Sommer hin. Andererseits bleibt so Zeit, sich mit den Besonderheiten der Jugendarbeit in der Gemeinde vertraut zu machen. 

Für den Jugendtreff ist mit einer weiteren halben Stelle Lisa Schirmer zuständig, sie betreut zudem mit einer zusätzlichen halben Stelle die Schulsozialarbeit in der Gemeinde. Wobei, wie sie betont, die verschiedenen Aufgabenfelder sich gegenseitig durchaus überlappen. So ist der Jugendtreff in der Küerbicker Straße auch für die Schulsozialarbeit geöffnet. 

Gleichzeitig können sich durch die Gespräche mit den jungen Leuten im Jugendtreff, die zumeist zwischen 14 und 20 Jahre alt sind, auch Hinweise oder Kontakte zu eher informellen Jugendtreffs geben. Besonderheit vor Ort, so Lisa Schirmer, ist der Umstand, dass die Ortsteile der Gemeinde weit verstreut liegen, die Jugendsozialarbeit sollte aber auch in Günne, Berlingsen oder Delecke präsent sein. In Völlinghausen und Günne gibt es daher bei Bedarf für flexible Angebote die Möglichkeit, Räumlichkeiten in den jeweiligen Schützenhallen vor Ort zu nutzen. 

Andreas Riedl hat sich vor kurzem als neuer Streetworker in Möhnesee im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats vorgestellt. Der 27-Jährige hat in Paderborn ein Bachelor-Studium mit den zwei Schwerpunkten komparative Theologie und Erziehungswissenschaften abgeschlossen. Erfahrungen in der Jugendarbeit hat er insbesondere in der katholischen Jugendarbeit und ehrenamtlich in der Kolpingjugend im Erzbistum Paderborn gesammelt. Die beiden halben Stelle für das Streetworking und für den Jugendtreff werden über das Kreisjugendamt finanziert.

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