SPD thematisiert illegales Anpflügen

Ackerränder in Möhnesee jetzt unter Beobachtung - aus diesem Grund

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Die meisten Landwirte verhalten sich korrekt. Dennoch soll das illegale Anpflügen der Ackerränder wieder zum Thema werden.

Möhnesee - Diese Nachricht machte vor einigen Jahren Schlagzeilen: Im Kreis Soest sind laut einer Untersuchung etwa 200 Hektar öffentliche Fläche illegal zu Ackerflächen gemacht worden, weil einige Landwirte beim Pflügen nach und nach die Randstreifen anknabberten.

Gelöst ist das Problem offenbar noch immer nicht flächendeckend. Deshalb brachte die SPD-Ratsfraktion das Thema jetzt wieder auf die politische Tagesordnung. Als aktuelles Beispiel nennt sie den parallel zu B 516 verlaufenden Fußweg zwischen Echtrop und Wamel. Auf einer Länge von rund 200 Metern ist dort der Feldweg angepflügt worden. „Wir gehen davon aus, dass dies erst kürzlich erfolgt ist, da das Bankettmaterial deutlich auf der beackerten Fläche zu erkennen ist“, so Fraktionschef Gerhard Bruschke. 

Erschwerend komme hinzu, dass nicht nur die Bankette angepflügt wurde, sondern darüber hinaus der Grünbewuchs der Bankette offensichtlich durch den Einsatz chemischer Mittel vollständig zerstört wurde. Unabhängig von der ärgerlichen Beschädigung der Bankette dürfe es sich dabei nach Ansicht der SPD um eine Umweltstraftat handeln. 

Aufarbeitung im Rat

Laut Auskunft der Gemeinde hat es auf dem betreffenden Hof im April eine Betriebskontrolle gegeben. Inwieweit der Einsatz der chemischen Substanzen strafbar sei, werde untersucht. Das Problem des Anpflügens von Ackerrändern soll in einer der nächsten Ratssitzungen aufgearbeitet werden. Für Bruschke ist die Rechtslage klar: „Ein Landwirt darf nicht auf fremde Grundstücke zurückgreifen.“ 

Vor sechs Jahren hat das Thema schon einmal die Gemeinde beschäftigt. Im November 2013 wurden alle betroffenen Landwirte angeschrieben und Alternativen für das weitere Vorgehen dargestellt. Ende 2014 haben sich dann noch einmal die Gremien des Rates mit der Angelegenheit beschäftigt und die Entgelte für die pachtweise Weiternutzung bzw. den Erwerb entsprechender Flächen durch die Landwirt festgelegt. 

„Wir bitten jetzt darum, das Ergebnis der damaligen Bemühungen darzustellen und zusammenfassend mitzuteilen, welche Flächen zu welchem Preis tatsächlich verkauft wurden und in wie vielen Fällen eine Verpachtung erfolgt ist“, so Bruschke. Und weiter: „Leider mussten wir feststellen, dass trotz der damaligen Aktion weiterhin vereinzelt Flächen der Gemeinde unter den Flug genommen und dabei Feldwege beschädigt werden.“

Im Einzelfall klären

Auch der Kreis Soest ist an dem Thema dran. So hat die Untere Landschaftsbehörde eine Überprüfung durchgeführt, inwieweit öffentliche Flächen von privaten Grundstückseigentümern mitbewirtschaftet werden. Seit 2014 arbeiten Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde daran, Wegeseitenstreifen, Graswege, Böschungen oder Grabenbereiche bei unbefugter Nutzung für die Natur zurückzugewinnen. 

Jeder Einzelfall von illegaler Überackerung sei anhand einer Luftbildauswertung und einer Vermessung vor Ort unter Berücksichtigung der zivilrechtlichen Situation zu klären. Durch die aktuelle Diskussion um das Insektensterben erhält das Thema derzeit zusätzliche Brisanz.

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