Trockenen Uferbänke verschwunden / Geschlossene Seefläche

Nach der Sommer-Trockenheit: So steht es aktuell um den Möhnesee

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Möhnesee – Der heiße Sommer hinterlässt noch immer seine Spuren. Der Möhnesee läuft zwar langsam wieder voll, aber „wir brauchen noch weitere Niederschläge“, sagt Markus Rüdel, Sprecher des Ruhrverbands.

Seit Dezember habe sich der See zwar gut entwickelt, liege dennoch unter dem üblichen Mittelwert für einen Februar. Die trockenen Uferbänke, die im vergangenen Jahr durch zahlreiche Touristen in Augenschein genommen wurden, sind verschwunden. 

Es offenbart sich eine geschlossene Seefläche – dunkelblau und mächtig. „Die Zuflüsse von Heve und Möhne liefern wieder Wasser, aber es dauert einfach bis sich eine Talsperre erholt“, erklärt Markus Rüdel. Im November war der See nur noch zu 35 Prozent gefüllt, jetzt sind es schon wieder 72 Prozent. „Das sind noch immer rund 12 Prozent weniger als der langjährige Mittelwert“, rechnet Markus Rüde vor. 

Niedrigwasser am Möhnesee

Eine Prognose will der Sprecher des Ruhrverbands allerdings nicht wagen: „Dafür sind die Wetterprognosen für die kommenden Monate einfach zu wackelig. Der Ruhrverband betreibt das größte zusammenhängende Talsperrensystem in Deutschland – mit acht Talsperren. 

Leserfotos vom Niedrigwasser am Möhnesee Teil 1

Leserfotos vom Niedrigwasser am Möhnesee Teil 2

Hauptfunktion ist die Sicherung der Wasserversorgung für rund 4,6 Millionen Menschen. Gemeinsam mit der Sorpetalsperre hinkt die Möhnetalsperre hinterher. „Die südlichen Talsperren haben sich schneller erholt“, sagt Rüdel, fügt aber hinzu, dass man sich keine Sorgen machen müsse: „Die Talsperren sind gut in Schuss. Das Talsperren-System funktioniert hervorragend.“

"Anschwimmen" am Möhnesee

Weil das Wasser aus dem Möhnesee als Trinkwasser aufbereitet wird, gab es Befürchtungen, dass es zu Aufrufen hätte kommen können, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Dem erteilte der Ruhrverband damals eine Absage. „Einschränkungen für die Wasserversorgung bestehen nicht“, sagt Markus Rüdel damals. Entwickelt es sich normal – und es regnet ab und zu – müsse man sich für den kommenden Sommer keine Befürchtungen machen, so Markus Rüdel: „Ohnehin kann man von einem Jahrhundert-Sommer sprechen.“ 

Seeminenfund im Möhnesee

Eine regionale Klimastudie aus dem Jahr 2006 habe ergeben, dass das Talsperrensystem des Ruhrverbandes statistisch gesehen einmal alle 500 Jahre trockenfallen werde. Aufgrund des Klimawandels werde sich die Wahrscheinlichkeit bis zum Jahr 2100 auf einmal 200 Jahre erhöhen.

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