Vorwürfe gegen Vorstandsmitglieder

Streit in Jagdgenossenschaft eskaliert - Vorstand nicht mehr handlungsfähig

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Mit der Idylle ist es im Arnsberger Wald nicht mehr weit her. In der Jagdgenossenschaft Völlinghausen-Syringer Mark hat es heftig gekracht.

Dass Jäger scharf schießen, ist alles andere als ungewöhnlich. Dass sie aber aufeinander anlegen – zumindest rhetorisch – ist es schon: Am Möhnesee haben sie das jetzt so treffsicher getan, dass es Opfer gab. Zwei Mitglieder des Vorstands der Jagdgenossenschaft Völlinghausen-Syringer Mark traten zurück – und legten damit den kompletten Vorstand lahm. 

Möhnesee – Im Kern geht es um einen schon länger schwelenden Streit unter den in der Jagdgenossenschaft zusammengeschlossenen Waldbesitzern. Rumort hat es da schon eine ganze Weile, vor allem soll es immer wieder um Vorwürfe gegangen sein, die Maik Schulze-Nieden gegen einzelne Vorstandskollegen erhob. Für den Vorsitzenden Hans-Ulrich Lüdtke und seine Stellvertreterin, heißt es, sei jetzt das Maß voll gewesen, beide hätten ihren sofortigen Rücktritt erklärt. 

Weil damit der gesamte Vorstand nicht mehr handlungsfähig ist, muss sich jetzt der Rat mit einer Lösung des Problems befassen. Diesen formalen Weg sieht die Satzung vor, erklärte auf Anfrage Hansfriedrich Winter vom Ordnungsamt im Rathaus. Das Gemeindeparlament muss, voraussichtlich in der ersten Sitzung nach der Sommerpause im August, einen Beschluss fassen und die Mitglieder der Jagdgenossenschaft zu einer Versammlung laden, auf der dann ein neuer Vorstand gewählt werden kann. 

Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl Mitte September dürfte diese Versammlung aber kaum vor dem Oktober stattfinden. Und angesichts der bereits erwähnten Querelen unter den Mitgliedern der Jagdgenossenschaft ist es alles andere als sicher, dass sich dann Kandidaten für die Vorstandsarbeit finden werden. 

Winter lässt allerdings keinen Zweifel daran, welche Folgen das hätte: Dann müsste nämlich die Gemeindeverwaltung einspringen und sich das natürlich von der Genossenschaft vergüten lassen. Zumindest das sollte, so hofft Winter, ein Anreiz für die Jagdgenossen sein, sich zusammen zu raufen. 

Einer, der sich von dieser Hoffnung sicher angesprochen fühlen darf, ist Maik Schulze-Nieden. Der Müllingser hat in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, dass er mit der Interessenvertretung der Waldbesitzer alles andere als zufrieden ist: Weil zu wenig gejagt wird, steht zu viel Wild in den heimischen Wäldern – eine massive Belastung gerade für die Bereiche, die in Folge des Fichtensterbens aufgeforstet werden müssen. 

Entzündet haben soll sich die jüngste Eskalation des Streites im Vorstand der Jagdgenossenschaft an einer Forderung aus den Reihen der Jäger. Die wollten, so heißt es, dass ihre Jagdpacht von den Waldbesitzern zur Regulierung von Wildschäden verwendet werden muss – die Waldbesitzer selber sehen bei diesem Thema allerdings die Jäger in der Pflicht. 

Für weiteren Zündstoff sorgt die Frage, ob die Bedingungen im Arnsberger Wald noch die für eine wichtige Zertifizierung nötigen Kriterien erfüllen. Sollte das nicht mehr der Fall sein, drohen Abschläge bei den Preisen für das geschlagene Holz.

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