Körbecke West: Sozialer Wohnungsbau ließ sich nicht realisieren

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Zwei mal acht hochwertige Eigentumswohnungen mit Tiefgarage preist das Baustellenschild links im Bild an, einen sozialen Wohnungsbau gibt es im Baugebiet West Körbecke dagegen nicht.

Möhnesee – Neben den bereits bestehenden Baustellen zeichnet sich im Baugebiet Körbecke West inzwischen auch eine zügige Bebauung der Grundstücke für Mehrfamilienhäuser ab. Alle Grundstücke sind inzwischen vergeben, berichtete Bürgermeister Hans Dicke auf Nachfrage. Die Hoffnung mancher Ratsmitglieder, dass in diesem Gebiet auch Sozialer Wohnungsbau umgesetzt werden kann, hat sich jedoch nicht erfüllt. 

Im Ausschuss für Planung, Gemeindeentwicklung und Umwelt wurden jetzt drei weitere Gestaltungsvorschläge der jeweiligen Investoren „abgesegnet“. Dabei geht es um die drei Grundstücke, die sich ab der Einmündung Anton-Brune-Weg am Daiwesweg entlang Richtung Dorf befinden. 

Für diese Grundstücke planen die jeweiligen Investoren den Bau von Mehrfamilienhäuser mit fünf oder sechs Wohneinheiten. Weitere Mehrfamilienhäuser sind in dem neuen Wohngebiet bereits im Bau. 

Die Vorstellung, dass sich an dieser Stelle auch Unterkünfte im Sinne des sozialen Wohnungsbau realisieren lassen, hat sich allerdings nicht erfüllt. Entsprechend hatten sich insbesondere Vertreter der SPD-Ratsfraktion geäußert. 

Wie Bürgermeister Hans Dicke ergänzend auf Anzeiger-Nachfrage erläuterte, sei der Bedarf nach Sozialwohnungen in der Gemeinde wohl nicht sehr groß. Gleichwohl habe die Gemeinde auch bei der Kreis-Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Soest angeklopft, die KWS habe aber keine Möglichkeit gesehen, in Möhnesee auf wirtschaftlich vertretbare Weise tätig zu werden. 

Dies wird von Kai Schwendrat vom Vorstand der KWS bestätigt. Die Frage der öffentlichen Zuschüsse sei davon abhängig, in welche Mietstufe eine Kommune vom Land NRW eingestuft wird. Die Skala reicht von eins wie kein Bedarf bis vier wie hoher Bedarf. Eine wirtschaftliche Umsetzung von sozialem Wohnungsbau sei aber selbst bei den Mietstufen zwei oder drei wirtschaftlich nur schwierig umzusetzen. Hinzu komme, dass die KWS in Möhnesee bisher nicht tätig geworden ist. 

Laut der Internetseite www.wohngeld.org ist die Mietstufe für Möhnesee zuletzt sogar auf die Mietstufe eins abgesenkt worden. Die Bewilligungsmiete beträgt Schwendrat zufolge daher fünf Euro pro Quadratmeter kalt. Dieser Wert sei angesichts der stark gestiegenen Baukosten durch Neubauten nicht darstellbar, so der KWS-Vorstand. 

Auch private Investoren haben sich für die Umsetzung eines sozialen Wohnungsbaus nicht finden lassen. Nun entstehen in dem Baugebiet insbesondere Mehrfamilienhäuser mit hochwertigen Eigentumswohnungen. 

Im Zuge des zweiten Bauabschnitts für das Wohngebiet Körbecke West sollen entlang dem Daiwesweg ebenfalls Grundstücke für Mehrfamilienhäuser angeboten werden. Der Bau der Erschließung für den zweiten Bauabschnitt soll im laufenden Jahr beginnen.

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