Sorge um Seniorenheim in Körbecke

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Von der Seeseite aus soll der naturnahe Eindruck erhalten haben. Auch die jetzige Gesamthöhe des Gebäudes mit dem aufgesetzten Satteldach soll nicht überschritten werden.

Körbecke - Der Anteil von Einzelzimmern muss nach geänderten gesetzlichen Rahmenbedigungen im Haus Seeblick – wie auch in anderen Heimen – steigen. 

Für das Haus in Körbecke bedeutet das: Umbauen und vergrößern. Die ersten Planungen sehen nach der Fertigstellung eine Gesamtlänge von 68 Metern und eine Grundfläche von 3 100 Quadratmetern vor. Damit wäre das Gebäude größer als des Haus des Gastes.

Albert Prange (BG) zeigt sich deshalb von den Plänen wenig begeistert: „Die Ausmaße übetreffen alles, was wir bisher haben. Es ist ein Klotz."

Klaus-Peter Teipel (CDU) verweist auf die bereits bestehende „Bausünde“ Becker-Klinik im Westen Körbeckes: „So etwas brauchen wir im Osten nicht auch noch.“ Zumal er auch die Parkplatzsituation kritisch findet. Schon jetzt stünden Autos an der Straße. Der erste Entwurf der Neuplanung sieht gerade einmal sechs eigene Parkplätze am Haus vor. Damit wäre gerade so eben die Mindestanforderung erfüllt.

Hans-Jürgen Weigt (CDU) macht sich Sorgen um das Landschafsbild. „Es soll hier nicht irgendwann mal so aussehen wie am Phönixsee in Dortmund“, mahnt er. Diese Art der massiven Bebauung sei in Ufernähe „nicht passend“.

Moderatere Töne schlägt Gerhard Bruschke (SPD) an: Der Baukörper wirke zwar in der Tat recht groß und die Verkehrssituation sei problematisch. Andrerseits sei das Interesse des Betreibers an einer wirtschaftlichen Betriebsführung durchaus nachvollziehbar. Auf Bruschkes Vorschlag hin wird sich der Planungsausschuss demnächst direkt vor Ort ein Bild machen.

Dabei sollen die Ausschussmitglieder dem Projekt nicht gleich voreingenommen, sondern möglichst offen gegenübertreten, so die Bitte von Uwe Beißner (Grüne), der das Projekt grundsätzlich „sauber“ findet. Offenheit für sein Ansinnen wünscht sich auch der Haus-Seeblick-Betreiber Klaus Rocholl. Der jetzt vorgelegte und mit heißer Nadel gestrickte Entwurf sei modifizierbar. Auch weitere Parkmöglichkeiten könnten berücksichtigt werden. Eine vor einiger Zeit erworbene Gemeindefläche würde sich immerhin für 15 bis 25 Stellplätze eignen. Nach Einschätzung von Bauamtsleiter Burkhard Schulte könnte dieses Areal problemlos ins Planverfahren einfließen.

Das Haus Seeblick verfügt derzeit über 29 vollstationäre Pflegeplätze sowie zwei eingestreute Kurzzeitpflegeplätze. Die Bewohner sind in zwölf Doppelzimmern und fünf Einzelzimmern zuhause.

Das ist nach Ansicht der Geschäftsführers vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage und vor allem der neuen NRW-Betreuungsrichtlinienerfordernisse zu wenig. Es sollen vier Wohngruppen mit Einzelzimmern und -bädern nördlich der Seestraße entstehen. Der lang gestreckte Neubaukörper soll in den Hang gebaut, die Geschosshöhe beibehalten werden.

Rocholl will noch in diesem Jahr mit dem Ersatzneubau starten.

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