Hans Dicke erklärt Entscheidungen

Sonniges Wochenende: Bürgermeister kündigt verschärfte Kontrollen am Möhnesee an

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Möhnesee – Deutlich strengere Kontrollen hat jetzt Bürgermeister Hans Dicke angekündigt. Man werde mithilfe eines aufgestockten Ordnungsamtsteams und auch polizeilicher Unterstützung überprüfen, ob die Verhaltensregeln und das Kontaktverbot eingehalten werden – vor allem an den Hotspots.

„Bleibt zuhause“, das sei nach wie vor der Grundsatz. „Man kann aber nicht sieben Tage die Woche zuhause bleiben“, betont Hans Dicke, der sich weiterhin gegen eine Absperrung der Anziehungspunkte ausspricht: „Das ist doch das einzige, was die Leute noch haben. Das kann man nicht einfach zumachen.“ 

"Das tut mir in der Seele weh"

Der Bürgermeister nennt zum Vergleich den Soester Wall oder den Kurpark in Bad Sassendorf. „Wir kontrollieren lieber das Verhalten der Gruppen im Seepark, als ihn ganz zu sperren.“ Ein Zaun um das Gelände komme ohnehin nicht in Frage. Auch eine „tote Sperrmauer“ wolle man nicht haben. Eine erste Veränderung ist jedoch bereits wirksam – der Möhnesee-Turm ist inzwischen dicht. 

Den Tourismus sieht Dicke nicht als problematisch an: „Warum sollen die Möhneseer raus dürfen, zum Beispiel die Dortmunder aber nicht? Man will nunmal dahin, wo es am schönsten ist, und wir arbeiten seit Jahren daran, Möhnesee schön zu machen. Jetzt sollen wir es plötzlich allen verbieten, hierher zu kommen? Das tut mir in der Seele weh. Nicht jeder Tourist ist Infektionsträger.“ 

Abstand halten am See? Kein Problem: Die Enten zeigen, wie es geht.

Die Beschwerden über Lärm durch Motorrad-Fahrer könne er nachvollziehen, das sei aber ein Problem, das man nicht lösen kann. „Wir leben vom Fremdenverkehr“, stellt Dicke klar. Den Vorschlag, die Parkplätze zu schließen, hält der Bürgermeister für wenig sinnvoll: „Dann hätten wir überall Falschparker am Straßenrand, beispielsweise an der Seestraße in Körbecke. Auch da müsste das Ordnungsamt wieder Knöllchen verteilen.“ Der finanzielle Aspekt sei nicht ausschlaggebend – die Einnahmen durch Parkgebühren seien zuletzt bereits „dramatisch zurückgegangen“. 

Gemeinde hält trotz Beschwerden an Entscheidung fest

Stattdessen setzt die Verwaltung jetzt auf „volles Personalprogramm“ und will mit großen Plakaten an Sperrmauer und Seepark auf die Verhaltensregeln aufmerksam machen. „Vielleicht können wir so und auch durch die Ansprachen das Problembewusstsein wecken.“Durch eine komplette Sperrung der Plätze würde man laut Dicke „zu 95 Prozent die Falschen bestrafen“, also die, die sich eigentlich weitestgehend korrekt verhalten. Das seien vor allem die Familien, die zum Spazieren an den Möhnesee kommen. 

Über den jüngsten Vorstoß der BG, die Maßnahmen gefordert hatte, um einen „überörtlichen Besucherstrom zu reglementieren“, zeigt sich Dicke unglücklich: „Das ganze Rathaus-Team war erstaunt und frustriert darüber. Wir haben die Verantwortung gegenüber allen Menschen.“

Erholungspark dicht?

Verwirrung gab es seit ein paar Tagen um den Erholungspark Wilhelmsruh. Ein Zettel wies darauf hin, dass die Anlage geschlossen ist und alle Mieter aufgefordert sind, den Platz sofort zu verlassen. Mehrere Leute, die dort ihren Zweitwohnsitz haben, wurden ebenfalls darüber benachrichtigt. Hans Dicke stellt nun klar: Die Anlage sei nicht vergleichbar mit einem Campingplatz und daher auch nicht geschlossen. Es gebe kein Aufenthaltsverbot. „Die Wohnsiedlung darf vorerst normal weiter genutzt werden“, so der Bürgermeister.

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