Zimmerbrand gemeldet, doch dann kam alles anders

Großalarm in der ZUE: Feuerwehr und Rettungskräfte mit massiven Aufgebot im Einsatz

Die Feuerwehr musste an die ZUE anrücken.  
+
Die Feuerwehr war am Freitagabend an der ZUE in Echtrop im Einsatz.

[Update 20.59 Uhr] Großalarm am Freitagabend an der ZUE in Möhnesee-Echtrop. Gemeldet worden war ein Zimmerbrand, doch dann stellte sich alles völlig anders dar.

Möhnesee - Um 18.49 Uhr war am Freitagabend der erste Alarm bei der Feuerwehr eingegangen - gemeldet worden war ein Zimmerbrand. "Noch auf der Anfahrt gab es Rückmeldungen von vor Ort, dass es eine starke Rauchentwicklung gebe und sich möglicherweise noch Personen im Gebäude befinden würden", erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Böddeker.

Da es sich bei der ZUE in Echtrop „Auf der Alm“ um ein sogenanntes Sonderobjekt handelt, bei dem im Schadensfall zahlreiche Personen auf einmal betroffen wären, wurden Rettungsmittel aus dem ganzen Kreis Soest unter dem Stichwort „Massenanfall an Verletzten“ nach Echtrop geschickt. 

Alarm an der ZUE: Bewohner im Krankenhaus

Ein Feuer konnten die Einsatzkräfte vor Ort jedoch nicht entdecken. Vielmehr stellte sich heraus, dass in dem betroffenen Bereich Schädlingsbekämpfungsmittel versprüht worden sein soll. Durch den Sprüh-Nebel habe die Brandmeldeanlage ausgelöst. "Vor Ort konnte heller Rauch festgestellt werden. Dieser stand im Zusammenhang mit Desinfektionsmaßnahmen, die im Gebäude durchgeführt worden waren", so Böddeker.

Die Feuerwehr kontrollierte das Objekt.

Erleichterung herrschte, als sich im Verlauf des Einsatzes herausstellte, dass es sich bei dem Mittel um eine für den Menschen ungiftige Substanz gehandelt habe. Unüblich sei gewesen, dass die Brandmeldeanlage erst nach Eintreffen der Feuerwehr ausgelöst hatte. "Gleich vier Melder der Anlage schlugen wegen der starken Verrauchung an. Der betroffene Bereich war wegen der Desinfektionsarbeiten nach außen hin abgedichtet worden", schilderte der Einsatzleiter.

Bei den Desinfektionsarbeiten habe es sich um eine "ganz normale Vorsichtsmaßnahme" gehandelt, die "immer wieder durchgeführt" werde. 

Neben dem Rettungsdienst des Kreises Soest waren unter anderem auch das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser vor Ort. Die Feuerwehr Möhnesee, die mit einem Großaufgebot der Löschzüge 1 und 3 und einer Gruppe des Löschzugs 2 ausgerückt war, wurde zusätzlich von der Löschgruppe Bergede der Feuerwehr Soest unterstützt.

Mehrere Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

Insgesamt waren schätzungsweise 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 40 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes vor Ort oder auf Anfahrt, so Böddeker.

Er lobte, dass das Sicherheitskonzept gegriffen habe und vom Sicherheitsdienst gut umgesetzt wurde. "Als wir eintrafen, war das Gebäude geräumt", erklärte der Leiter der Feuerwehr Möhnesee.

Die Feuerwehr war mit rund 80 Kräften im Einsatz, hinzu kamen rund 40 Kräfte des Rettungsdienstes.

Zwischen 30 und 40 Bewohner seien von den Einsatzkräften gesichtet und auf mögliche Verletzungen untersucht worden, da zunächst unklar war, was für ein Stoff sich im Gebäude ausgebreitet hatte. Die gute Nachricht: "Es gab zum Glück keine Verletzten!"

Lediglich ein Bewohner verschaffte der Polizei Arbeit: Laut Angaben der Polizei-Leitstelle habe er randaliert, zerstörte dabei ein Fenster und zog sich an den Scherben Schnittverletzungen zu. Er wurde vorläufig festgenommen und kam in Polizeibegleitung zur weiteren Behandlung in ein Soester Krankenhaus.

Der betroffene Bereich der ZUE kann weiter bewohnt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare